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Darum empfinden Frauen und Männer Schmerz unterschiedlich
Darum empfinden Frauen und Männer Schmerz unterschiedlich
( Link zum Originalbild | Urheber: VSRao | Pixabay | CC0 )

Der tägliche Blick über den Tellerrand mit The Buzzard.

Guten Morgen,

rund 12 Millionen Deutsche leiden an chronischem Schmerz – 17 Prozent der Bevölkerung, schreibt die Deutsche Schmerzgesellschaft. Ob Männer oder Frauen häufiger daran leiden, darauf geht die Gesellschaft nicht ein. Dass es aber in der Wahrnehmung des Schmerzes Geschlechter-Unterschiede gibt, darum geht es in meiner heutigen Empfehlung.

Sie stammt von der Wissenschaftsjournalistin Amber Dance und ist ursprünglich in der Fachzeitschrift Nature erschienen, vor Kurzem allerdings auch übersetzt ins Deutsche bei Spektrum. In ihrer ausführlichen Analyse, die trotz ihrer Wissenschaftlichkeit gut lesbar ist, bezieht sich Dance auf verschiedene Schmerzforscher, unter anderem auf Robert Sorge, der an der University of Alabama forscht.

Sorge hat Schmerzreaktionen von männlichen und weiblichen Mäusen untersucht. Allein schon, weil er für seine Forschung nicht nur männliche Mäuse untersuchte, sticht er heraus. Und kam zu dem Ergebnis, dass bei männlichen und weiblichen Mäusen unterschiedliche Immunzellen an der Schmerzempfindung beteiligt sind. Bei Menschen ist die Sache naturgemäß komplizierter, und bevor ich im Zusammenfassen etwas falsch darstelle, verweise ich lieber direkt aufs Original.

Interessant ist der Artikel Dances für mich deshalb, weil er Möglichkeiten geschlechtsspezifischer Schmerztherapien thematisiert und analysiert: Sowohl Frauen als auch Männern könnte durch sie wirkungsvoller geholfen werden.

„Typisch für viele Arzneimittelstudien: Sie schließen zwar meistens Männer und Frauen gleichermaßen mit ein, doch oft ist die Probandenzahl nicht groß genug, um geschlechtsspezifische Unterschiede auszumachen. Es könnte sogar sein, dass Schmerzmedikamente, die in der Vergangenheit in klinischen Studien durchfielen, sich als Erfolg versprechend erwiesen hätten, wenn man sie bei Männern und Frauen separat getestet hätte.“

 

Hier entlang zum Originalbeitrag.

 

Jeden Montag- bis Freitagmorgen um 7 Uhr erscheint an dieser Stelle der Perspektivwechsel am Morgen. Hier finden Sie täglich einen Artikel, der zu einem aktuellen Tagesthema eine alternative Sichtweise bietet. In unserem Archiv finden Sie darüber hinaus Debattenübersichten zu den wichtigen Themen unserer Zeit.

Wer steckt dahinter?

Maurus Jacobs
Kommt aus:Geboren in Kalifornien, aufgewachsen bei Hamburg, jetzt in Leipzig
Politische Position:Hat großes Interesse, komplexe Debatten in ihrer Vielfalt, aber übersichtlich darzustellen
Arbeitet für/als:Arbeitet für eine Hamburger Medienagentur
Was Sie noch wissen sollten:Maurus hat in Hamburg für die Bergedorfer Zeitung und Die Welt geschrieben. Er studiert am Deutschen Literaturinstitut.
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