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Warum mehr Bäume kein Allheilmittel für den Umweltschutz sind
Warum mehr Bäume kein Allheilmittel für den Umweltschutz sind
( Link zum Originalbild | Urheber: ejaugsburg | Pixabay | Pixabay Lizenz )

Der tägliche Blick über den Tellerrand mit The Buzzard.

Guten Morgen,

der Wald ist wieder in aller Munde. Grund ist der Klimawandel: Aufforstung gilt einer aktuellen Untersuchung zufolge als besonders effektive Maßnahme dagegen. Das scheint umso dringender, da jüngst der Weltklimarat warnte, die globale Lebensmittelversorgung gerate in Gefahr. Auch in diesem Fall nannten die Wissenschaftler Aufforstung als wichtigen Schritt, um Schlimmeres abzuwenden.

Einige Länder schreiten zur Tat: In Indien und Äthiopien wurden jeweils innerhalb eines Tages mehrere Millionen Bäume gepflanzt. Auch die deutsche Politik reagiert: Der nordrhein-westfälische Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) brachte eine „Baum-Prämie“ für Waldbesitzer ins Gespräch.

Dass die schlichte Gleichung „mehr Bäume, bessere Umwelt“ aber nicht aufgeht, zeigen zwei Beiträge auf dem Portal THE CONVERSATION, die wir dazu heute empfehlen.

Duncan McLaren von der Lancaster University argumentiert in seinem Artikel nicht gegen Aufforstungsprogramme – man dürfe sie aber nicht als Allheilmittel betrachten. Sonst werde die Vorstellung, einfach und preiswert den Klimawandel durch Bäume zu stoppen, andere Maßnahmen weniger attraktiv oder dringlich erscheinen lassen. Warum sollten sich große Unternehmen oder Fluggesellschaften dann noch zu Einschnitten bei ihren Emissionen verpflichten?

Einen eher ökologischen Aspekt führen Kate Parr und Caroline Lehmann ins Feld: Aufforstung sei keineswegs überall sinnvoll und erstrebenswert. Denn Bäume können ein existierendes Ökosystem auch nachhaltig durcheinanderbringen; die Nahrungskette und die Wasserverteilung würden verändert und Biodiversität werde gefährdet.

„Wer globale Programme zur Pflanzung von Bäumen fordert, um den Klimawandel zu bremsen, muss sorgfältig über die tatsächlichen Auswirkungen auf alle Ökosysteme der Erde nachdenken. Die richtigen Bäume müssen an den richtigen Stellen gepflanzt werden.“

Hier entlang zum Originalbeitrag.

 

Jeden Montag- bis Freitagmorgen um 7 Uhr erscheint an dieser Stelle der Perspektivwechsel am Morgen. Hier finden Sie täglich einen Artikel, der zu einem aktuellen Tagesthema eine alternative Sichtweise bietet. In unserem Archiv finden Sie darüber hinaus Debattenübersichten zu den wichtigen Themen unserer Zeit.

Wer steckt dahinter?

Frank Kaltofen
Kommt aus:Immer Thüringer gewesen, jetzt in Leipzig
Arbeitet für/als:Redakteur in verschiedenen Kontexten
Was Sie noch wissen sollten:Studierter Politikwissenschaftler und jetzt Schreiberling. Interessiert an Menschen und ihren Geschichten. Schreibt seit 2007, am liebsten über Kulturelles & Zeitgeschichtliches.
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