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Fat Shaming: Woher kommt der Hass auf Dicke?
Fat Shaming: Woher kommt der Hass auf Dicke?
( Link zum Originalbild | Urheber: Joenominas | https://pixabay.com/de/ | Pixabay License )

Der tägliche Blick über den Tellerrand mit The Buzzard.

Guten Morgen,

weltweit leiden immer mehr Menschen an Übergewicht. Auch in Deutschland steigt die Zahl adipöser Kinder, Jugendlicher und Erwachsener. GesundheitsexpertInnen sind sich einig: Schuld daran seien einerseits Überflussgesellschaft, Technisierung und veränderte Freizeit, andererseits zu fette und süße Convenience-Produkte.

Wenn man von Menschen spricht, die unter ihrem Übergewicht „leiden“, ist damit aber nicht nur körperliches Unbehagen gemeint, sondern vor allem auch der gesellschaftliche Umgang damit. Während schlanke, sportliche Menschen weder öffentliche Debatten über ihre Körper noch fat shaming etragen müssen, haben Übergewichtige oft mit Vorurteilen und Demütigungen zu kämpfen. Sie seien faul, müßiggehend, arbeitsunfähig und fräßen sich mit zu süßen und fettigen Billigprodukten zu Tode.

Menschen mit Körpern, die nicht dem Ideal entsprechen, stellen es infrage und werden so zu beliebten Angriffszielen. Man spottet entweder über sie oder versucht sie durch Belehrung zur Anpassung zu zwingen. Wir empfehlen heute Morgen einen Beitrag von Christoph Klotter, der für die SALONKOLUMNISTEN in einer dreiteiligen Reihe über das gestörte gesellschaftliche Verhältnis zu vermeintlich Essgestörten schreibt und erklärt, woher der Hass auf Adipöse kommt.

„Einige Autoren und Autorinnen nennen als weiteren Grund für die Zunahme der Adipositasproblematik die Industrie: Convenience-Produkte seien zu fett, Süßigkeiten für Kinder zu süß und zu fett, die Packungen würden immer größer. Diese Kritik an der Lebensmittelindustrie folgt allerdings dem Menschenbild eines naiven und unmündigen Konsumenten, der zu sich nimmt, was ihm vorgesetzt wird. Dieses Menschenbild kollidiert mit dem Bild vom mündigen Bürger, der in demokratischen Wahlen zu entscheiden hat, welche Parteien dieses Land regieren sollen.“

 

Hier entlang zum Originalbeitrag

 

Jeden Montag- bis Freitagmorgen um 7 Uhr erscheint an dieser Stelle der Perspektivwechsel am Morgen. Hier finden Sie täglich einen Artikel, der zu einem aktuellen Tagesthema eine alternative Sichtweise bietet. In unserem Archiv finden Sie darüber hinaus Debattenübersichten zu den wichtigen Themen unserer Zeit.

Wer steckt dahinter?

Johannes Bär
Kommt aus:Hat Literatur und Sprachwissenschaft in Freiburg studiert, lebt jetzt in Leipzig
Politische Position:Kapitalismusktitisch, beschäftigt sich mit Ideologiekritik und darüber mit kulturellen und sozialpolitischen Themen
Arbeitet für/als:freier Autor und Podcast-Produzent
Was Sie noch wissen sollten:Hat als Redakteur u.a. für Radio Dreyeckland gearbeitet, produziert einen eigenen Hiphop-Podcast
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