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Diese Erfahrungen hat ein Rechtsextremer in der Bundeswehr gemacht
Diese Erfahrungen hat ein Rechtsextremer in der Bundeswehr gemacht
( Link zum Originalbild | Urheber: Bündnis 90/Die Grünen Nordrhein-Westfalen | Flickr | CC BY-SA 2.0 )

„Seine Stube in Gotha teilte er sich mit sieben Männern. Einer von ihnen bezeichnete sich selbst als Nationalsozialist, einer gehörte einem rechtskonservativen Sängerchor an. Ein Dritter riss rassistische Witze, ein Vierter war Antisemit. – „Wir schworen uns gegenseitig, dass wir das Weltjudentum vernichten werden.“
Sebastian Leber über Christian Weißgerbers Erfahrungen in der Bundeswehr

 

Perspektive in 30 Sekunden

  • Der Bundeswehr wird häufig vorgeworfen, durchsetzt von Rechtsextremen zu sein. Ein ehemaliger Rechtsextremer hat damit verschiedene Erfahrungen gemacht.
  • Einerseits habe sich an seinen Hakenkreuz-Tätowierungen niemand gestört und er habe sowohl unter Vorgesetzten als auch unter Soldaten Gleichgesinnte gefunden.
  • Andererseits seien rechtsradikale Ausbilder und auch Christian Weißgerber letztendlich aus der Armee geflogen.

 

Belege für das Kernargument

  • Drei Hakenkreuze hatte Christian Weißgerber auf seinem Körper tätowiert, die seine Kameraden spätestens beim Duschen sahen. Ein Problem waren sie nicht – sondern halfen, über die Gefahren der multikulturellen Gesellschaft ins Gespräch zu kommen.
  • Zunächst habe niemand versucht, ihn auszugrenzen oder ihn zu widersprechen, aber er habe auch mit Vorgesetzten nicht über Politik gesprochen.
  • Ein anderer Soldat argumentiert, das Problem sei nicht, dass die Bundeswehr auf dem rechten Auge blind sei – das Problem sei ein Wegducken vor Problemen in den Offiziersrängen.
  • In einem anderen Fall sei wegen eines Hakenkreuzes an der Hauswand sehr deutlich gemacht worden, dass hier für falsch verstandenen Korpsgeist kein Platz sei, zwei Ausbilder, die Judenwitze gemacht haben, seien entlassen worden.
  • Auch Weißgerber wurde letztendlich entlassen – nachdem ein Hauptmann ihm gesagt hatte, die Aufregung um ihn gleiche einer Hexenjagd und nachdem er einer sehr geringen Strafe ausgesetzt wurde.

 

Warum The Buzzard diese Perspektive empfiehlt

Nichts ist Schwarz-Weiß. Auch die Situation von Rechtsextremen in der Bundeswehr nicht. Das macht dieser Beitrag deutlich, indem er Situationen aufzeigt, in denen mit Rechtsextremen in der Bundeswehr ganz unterschiedlich umgegangen wurde. Das schafft neue Einblicke. Die kann man so einfach nicht bekommen – nur von einem, der es selbst erfahren hat. Auch das macht den Beitrag zu etwas Besonderem.

 

Dieser Beitrag wird empfohlen von Alisa Sonntag.

Wer steckt dahinter?

Sebastian Leber
Kommt aus:Berlin, Deutschland
Arbeitet für/als:Journalist für den TAGESSPIEGEL, außerdem Autor und Blogger.
Was Sie noch wissen sollten:Leber führt den Blog tieresindfreaks.wordpress.de mit witzigen Texten über Tiere und hat in einem Buch mit einer Co-Autorin Flirt-Abfuhren von Männern dokumentiert.
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