Zurück zur Debattenübersicht
Die Soldaten der Bundeswehr fühlen sich als „Stiefkind der Nation“
Die Soldaten der Bundeswehr fühlen sich als „Stiefkind der Nation“
( Link zum Originalbild | Urheber: Tobias Nordhausen | Flickr | CC BY 2.0 )

„Wir hatten nicht das Gefühl, dass das, was wir da tun, in dieser Form auch in der deutschen Öffentlichkeit bekannt war oder auf – ich sage mal – breite Akzeptanz oder Unterstützung gestoßen ist.“
Major Marcel Bohnert im Interview mit Elke Durak vom DLF

 

Perspektive in 30 Sekunden

  • Soldaten haben in der Gesellschaft zu wenig Anerkennung, sagt der hochrangige Offizier Marcel Bohnert.
  • Das beeinträchtige auch die Motivation der Soldaten auf Einsätzen.
  • In der Bundeswehr selbst ärgert man sich darüber, wie die Bundeswehr in den Medien dargestellt wird.

 

Belege für das Kernargument

  • Etwa 179.000 Soldaten und 60.000 zivile Mitarbeiter habe die Bundeswehr laut Major Marcel Bohnert.
  • Der Dienst sei fordernd, aber die Truppe sei sehr bemüht, ihren Auftrag bestmöglich zu erfüllen.
  • Viele der Soldaten hätten jedoch das Gefühl, dass die Medien sich auf sie eingeschossen hätten und Gefallen daran fänden, die Bundeswehr als Pflegefall darzustellen. Bei der Bundeswehr würden auch kleine Verfehlungen zu einem Skandal aufgebauscht, argumentiert Bohnert.
  • Besonders in Auslandseinsätzen werde deutlich, dass den Soldaten der Rückhalt der Bevölkerung fehle.
  • Das liege einerseits daran, dass die Menschen in Deutschland sich aufgrund ihrer Geschichte unbehaglich mit dem Militär fühlten, andererseits aber auch daran, dass viele Menschen keine Soldaten mehr kennen.
  • Weil der Soldatenberuf aber ein sehr emotionaler Beruf sei, sei der Rückhalt aus der Bevölkerung besonders wichtig. Besonders in Auslandseinsätzen schöpfe man als Soldat daraus Kraft.

 

Warum The Buzzard diese Perspektive empfiehlt

Soldaten sind im alltäglichen Leben in Deutschland nicht präsent. Nur wenige haben die Möglichkeit, sich mit Soldaten über deren Alltag zu unterhalten. Für die Debatte um die Bundeswehr ist aber die Perspektive der Soldaten unverzichtbar. Der Beitrag liefert somit nicht nur neue Einblicke, sondern zeigt auch eine Perspektive, die nicht außen vor gelassen werden darf.

 

Dieser Beitrag wird empfohlen von Alisa Sonntag.

Wer steckt dahinter?

Elke Durak
Arbeitet für/als:Radiojournalistin beim DLF
Was Sie noch wissen sollten:2009 wurde Durak vom Medium Magazin als Journalistin des Jahres in der Kategorie Politik nominiert „… weil sie sich auch von höchster politischer Prominenz nicht einschüchtern lässt und gnadenlos nachfragt. 2009 bat sie einen großen Teil der alten und neuen Regierungen ans morgendliche Telefon – und gab mit ihren Interviews nicht selten die Debattenrichtung des Tages vor.“
Lies The Buzzard ab sofort in deinem E-Mail Postfach. Nein danke

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.