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Boris Johnson bedeutet nicht zwangsläufig einen harten Brexit
Boris Johnson bedeutet nicht zwangsläufig einen harten Brexit
( Link zum Originalbild | Urheber: Matt Brown | Flickr | CC BY 2.0 )

Der tägliche Blick über den Tellerrand mit The Buzzard.

Guten Morgen,

der Nachfolger Theresa Mays steht nun fest: Boris Johnson hat gestern die Wahl gegen Jeremy Hunt mit 66 Prozent der Stimmen gewonnen, ist nun Parteichef der Tories und damit auch Premierminister von Großbritannien. Sein Ziel sei es, den Willen der Bevölkerung umzusetzen, der seiner Meinung nach so aussieht: „Liefert den Brexit, eint das Land und besiegt Jeremy Corbyn!“ Der Oppositionsführer Corbyn hat auf Twitter zu Neuwahlen aufgerufen mit der Begründung, dass Johnson weniger als 100.000 seiner Parteimitglieder hinter sich hat und diese das Land nicht repräsentieren würden. Die britische Bevölkerung solle den Premierminister stattdessen in einer Parlamentswahl wählen und legitimieren.

Was bedeutet Boris Johnson nun für den Brexit?

Viele Politiker und Journalisten spekulieren, dass nun tatsächlich der „harte“ Brexit, also ein Ausstieg ohne Abkommen mit der Europäischen Union, kommt. Der ehemalige deutsche EU-Abgeordnete Jo Leinen (SPD) argumentiert jedoch, dass es nicht zwangsläufig zu einem harten Brexit kommen muss. Im Interview mit dem DEUTSCHLANDFUNK meint Leinen, dass Johnson sich zwar bisher als Hardliner positioniert hat. Aber man könne ihm auch zutrauen, dass er von heute auf morgen für das Gegenteil einsteht – ähnlich wie bei Donald Trump. Wann die Entscheidung fällt, ist für Leinen ebenfalls noch unklar. Deadline ist zwar der 31. Oktober, aber Leinen erinnert daran, dass in der Vergangenheit schon mehrere solcher Termine verstrichen sind.

„Er wird von Trump sich etwas abschauen, erst mal mit der Faust auf den Tisch hauen und als Hardliner daherkommen, aber wir haben auch bei Donald Trump gesehen, dass er am nächsten Tag auch schon wieder was anderes sagen kann, sogar das Gegenteil. Boris Johnson traue ich, wie viele seiner Landsleute, alles zu. Also er kommt ja als geradliniger Brexit-Befürworter, und er kann genauso gut einen U-Turn, einen Umweg machen und vielleicht auch eine weiche Landung suchen.“

 

Hier entlang zum Originalbeitrag.

 

Jeden Montag- bis Freitagmorgen um 7 Uhr erscheint an dieser Stelle der Perspektivwechsel am Morgen. Hier finden Sie täglich einen Artikel, der zu einem aktuellen Tagesthema eine alternative Sichtweise bietet. In unserem Archiv finden Sie darüber hinaus Debattenübersichten zu den wichtigen politischen Themen unserer Zeit.

 

Wer steckt dahinter?

Stephanie Berens
Kommt aus:Deutschland
Politische Position:Versteht sich als Feministin und interessiert sich für Gender und Queer Studies.
Arbeitet für/als:Studiert Amerikanistik im Master an der LMU München und ist Redakteurin bei The Buzzard.
Was Sie noch wissen sollten:Schreibt für das Münchner Studentenmagazin „unikat“ und hat bei The Buzzard sowie bei der Sedona Red Rock News in den USA Praktika absolviert.
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