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Die Tierhaltung bei Fleisch- und Milchprodukten sollte klar und verbindlich gekennzeichnet werden
Die Tierhaltung bei Fleisch- und Milchprodukten sollte klar und verbindlich gekennzeichnet werden
( Link zum Originalbild | Urheber: Free-Photos | https://pixabay.com/de/ | Pixabay License )

„Eine europaweite Verbraucherbefragung hat ergeben, dass 75 Prozent der Verbraucher sich eine einfache und klare Kennzeichnung von Fleisch- und Milchprodukten wünschen, denn viele der 3000 Befragten waren nicht in der Lage, die Lebensbedingungen der Tiere anhand der Produktverpackung einzuordnen.“

Die Tierzuchtfachreferentinnen Angela Dinter und Stefanie Pöpken auf dem Blog des Tierschutz-Vereins PROVIEH e.V.

 

Perspektive in 30 Sekunden

  • Ein Großteil der europäischen VerbraucherInnen kann die Haltungsbedingungen von Tieren von den Verpackungen tierischer Produkten nicht ableiten und wünscht sich deshalb klare Kennzeichnungen von Fleisch- und Milchprodukten.
  • Dadurch könnten VerbraucherInnen besser entscheiden, welche Form der Tierhaltung sie mit ihrem Kauf unterstützen wollen.
  • Es gibt zwar schon viele verschiedene Labels und Siegel, nur weiß oft niemand genau für welche Art der Tierhaltung sie genau stehen.
  • Derzeit werden bessere Haltungsbedingungen für Tiere kaum entlohnt, da LandwirtInnen in der Flut verschiedener Labels nur bedingt darauf aufmerksam machen können. Das würde sich durch ein staatliches Label ändern.

 

Wichtige Punkte aus dem Originalbeitrag

  • Die Vielzahl von Labels und Siegeln, die Auskunft über die Art der Tierhaltung geben sollen, ist verwirrend und irreführend. Viele VerbraucherInnen wünschen sich mehr Klarheit darüber unter welchen Bedingungen die tierischen Produkte, die sie kaufen, produziert worden sind.
  • Eine klare Haltungskennzeichnung würde Transparenz und Vertrauen schaffen, da sie kein privatwirtschaftliches Instrument wären, das darauf abzielt, dass sich die Produkte besser verkaufen, sondern eine neutrale Kennzeichnung, die den Verbraucher informiert.
  • Trotzdem stünden sie nicht in Konkurrenz zu bereits etablierten Labels wie Bioland oder Demeter, die neben dem Tierwohl auch für hohe ökologische Standards stehen.
  • LandwirtInnen, die bisher kaum davon profitieren, bessere Haltungen zu etablieren, könnten durch eine klare Kennzeichnung für Fleisch- und Milchprodukte endlich für ihre Mühen entlohnt werden.

 

Wieso The Buzzard diesen Artikel empfiehlt

Die Autorinnen Dinter (Fachreferentin für Nutztierhaltung) und Pöpken (Diplom-Agraringenieurin) sind beide vom Fach und heben vor allem die Vorteile der verpflichtenden Kennzeichnungen für Fleisch- und Milchprodukte für ProduzentInnen und VerbraucherInnen hervor. Diese Perspektive, die aufzeigt, inwiefern sich die Vorteile für LandwirtInnen und VerbraucherInnen und das Tierwohl durch ein staatliches Label gegenseitig bedingen, ist lesenswert.

 

Diese Perspektive wird empfohlen von Johannes Bär

 

The Buzzard empfiehlt außerdem…

einen Beitrag von QUARKS, der bemängelt, dass ein staatliches Label keine wirkliche Verbesserung für Schweine bringen würde. Bis 2030 habe das Agrarministerium einen Marktanteil des Labels von lediglich 20 % errechnet. Für die allermeisten der 27 Millionen Schweine, die in Deutschland gehalten werden, würde sich also nichts ändern. Kritisch sieht man hier auch die Freiwilligkeit des Labels. Sinnvoller seien schärfere Gesetze oder eine grundlegende Reform der Schweinehaltung um die Situation von Tieren wirklich zu verbessern:

Wer steckt dahinter?

Stefanie Pöpken
Kommt aus:Deutschland
Arbeitet für/als:Diplom-Agraringenieurin
Was Sie noch wissen sollten:Fachreferentin mit Schwerpunkt Geflügel und Rinder
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