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Was wäre, wenn Frauen bei Regelschmerzen einfach zuhause bleiben könnten?
Was wäre, wenn Frauen bei Regelschmerzen einfach zuhause bleiben könnten?
( Link zum Originalbild | Urheber: Kinga Cichewicz | Unsplash | CC0 Public Domain )

Der tägliche Blick über den Tellerrand mit The Buzzard.

Guten Morgen,

Frauen und andere Menschen mit Uterus kennen das: Solange man/frau nicht gerade schwanger ist, entledigt sich die Gebärmutter einmal im Monat ihrer schön gepolsterten Inneneinrichtung, die sie für den Fall der Ankunft einer befruchteten Eizelle sorgfältig aufgebaut hatte. Manche Menschen leiden schon in den Tagen davor an Stimmungsschwankungen, sind müde oder haben Verdauungsprobleme. Und wenn die Periode dann endlich einsetzt, fühlt es sich manchmal so an, als hätte jemand einem ein Messer in den Unterleib gerammt, würde dieses nun fröhlich hin- und herdrehen und einem gleichzeitig ständig in den unteren Rücken treten. Eigentlich will man sich in diesem Zustand einfach nur mit einer Wärmflasche ins Bett legen, die meisten Menschen reißen sich jedoch zusammen und gehen trotzdem zur Arbeit.

Leistungsschwankungen zu beachten ist gut für die Mitarbeiter*innen

In einem britischen Unternehmen muss das jedoch nicht sein: Hier dürfen sich Menschen mit Regelschmerzen einen Tag frei nehmen, später in die Arbeit kommen oder früher nach Hause gehen, und die Arbeitszeit zu einem anderen Zeitpunkt nachholen. Die Initiatorin dieser sogenannten „Period Policy“ Bea Baxter erklärt im Interview mit FLUTER, dass die Mitarbeiter*innen dadurch insgesamt zufriedener und produktiver sind. Natürliche Zyklen zu beachten und gezielt in die Arbeitswelt zu integrieren sei nicht nur bei der Menstruation von Vorteil. Denn Leistungsschwankungen habe jeder Mensch – bei der Arbeitsplanung auf diese Schwankungen Rücksicht zu nehmen, wirke sich positiv auf die Arbeitenden aus.

Kritiker*innen sehen in solchen Maßnahmen die Gefahr, dass Frauen als weniger leistungsfähig als Männer betrachtet werden. Baxter fürchtet das jedoch nicht:

„Als ich in einer britischen Talkshow über unser Projekt sprach, rief eine Zuschauerin an und sagte: ‚Diese Frau wirft den Feminismus um 100 Jahre zurück.‘ Für mich bedeutet Gleichberechtigung aber nicht, dass wir Unterschiede negieren, sondern dass wir angemessen auf sie eingehen.“

 

Hier entlang zum Originalbeitrag.

 

Jeden Montag- bis Freitagmorgen um 7 Uhr erscheint an dieser Stelle der Perspektivwechsel am Morgen. Hier finden Sie täglich einen Artikel, der zu einem aktuellen Tagesthema eine alternative Sichtweise bietet. In unserem Archiv finden Sie darüber hinaus Debattenübersichten zu den wichtigen politischen Themen unserer Zeit.

Wer steckt dahinter?

Stephanie Berens
Kommt aus:Deutschland
Politische Position:Versteht sich als Feministin und interessiert sich für Gender und Queer Studies.
Arbeitet für/als:Studiert Amerikanistik im Master an der LMU München und ist Redakteurin bei The Buzzard.
Was Sie noch wissen sollten:Schreibt für das Münchner Studentenmagazin „unikat“ und hat bei The Buzzard sowie bei der Sedona Red Rock News in den USA Praktika absolviert.
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