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Griechenland: Ägäis-Inseln als Gefängnisse
Griechenland: Ägäis-Inseln als Gefängnisse
( Link zum Originalbild | Urheber: Spiros Vathis | flickr | CC BY-ND 2.0 )

„Mehr als 3800 Migranten leben derzeit am Hang und im Lager, das für nur 648 Personen ausgelegt ist. Kein anderer sogenannter Hotspot auf den ägäischen Inseln ist so überfüllt. Die Migranten dürfen nicht weg, Samos hat sich in ein Gefängnis verwandelt. Die Situation sei außer Kontrolle, urteilt die Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen.“

SPIEGEL-Journalisten Steffen Lüdke und Giorgos Christides

Perspektive in 30 Sekunden:

  • Steffen Lüdke und Giorgos Christides haben eine Zeltstadt auf der griechischen Insel Samos besucht und dort mit Geflüchteten gesprochen.
  • Das offizielle Flüchtlingslager dort ist längst überfüllt; eine Zeltstadt ohne Strom und Toiletten wächst seitdem immer weiter.
  • Das Beispiel Samos zeigt: Die sogenannte Flüchtlingskrise ist nicht überwunden – sie wurde nur auf die Inseln der griechischen Ägäis konzentriert, wo Menschen unter fürchterlichen Bedingungen ihr Asylverfahren abwarten müssen.

Wichtige Punkte aus dem Originalbeitrag:

  • Auf der Ägäisinsel leben fast 4.000 Geflüchtete auf engem Raum – mehr als fünfmal so viele, wie die eigentliche Kapazität vorsieht.
  • Die SPIEGEL-Journalisten begleiten in ihrer Reportage zwei Protagonistinnen: Annick Toudji und Vanessa Djila aus Kamerun, die in dem Lager leben.
  • Im offiziellen Flüchtlingslager von Samos gebe es zumindest Duschen und Toiletten. Journalisten haben allerdings keinen Zutritt zu dem Lager.
  • Die Lage resultiere aus dem EU-Türkei-Deal, der Geflüchtete von Europa fernhalten soll. Die griechischen Behörden seien mit den vielen Asylverfahren der Ankommenden überfordert, darum das lange Ausharren tausender Menschen unter furchtbaren Bedingungen.

Warum The Buzzard diese Perspektive empfiehlt:

Der Artikel von Lüdke und Christides ist keine leichte Lektüre – stellenweise möchte man das Lesen vielleicht sogar abbrechen, denn die Schilderung der Zustände geht unter die Haut. Die Autoren setzen die Situation auf Samos aber nicht nur in einen politischen Kontext; sie schildern auch ganz konkrete Geschichten von zwei Frauen: Woher kommen sie und warum haben sie ihre Heimat verlassen? Fast noch wichtiger: Die Fotos von Socrates Baltagiannis nehmen den Erzählungen und Namen das Abstrakte und geben den Geschichten ein Gesicht.

Diese Perspektive wird empfohlen von: Frank Kaltofen.

The Buzzard empfiehlt außerdem:

Wer steckt dahinter?

Steffen Lüdke und Giorgos Christides
Arbeitet für/als:Lüdke ist seit März 2019 Reporter des Projektes „Globale Gesellschaft“ im Politikressort von SPIEGEL ONLINE. Christides berichtet für das Magazin über griechische Politik- und Wirtschaftsthemen.
Was Sie noch wissen sollten:Das Projekt „Globale Gesellschaft“, für das Reporterinnen und Reporter aus Asien, Afrika, Lateinamerika und Europa berichten, wird über drei Jahre von der Bill & Melinda Gates Foundation unterstützt.
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