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Was ein Seenotretter auf die Vorwürfe gegen ihn antwortet
Was die Vorwürfe gegen Seenotretter über die italienische Politik aussagen
( Link zum Originalbild | Urheber: Till Westermayer | Flickr | CC BY-SA 2.0 )

Der tägliche Blick über den Tellerrand mit The Buzzard.

Guten Morgen,

Carola Rackete, die deutsche Kapitänin der „Sea-Watch 3“, ist am Wochenende in Italien festgenommen worden. Der Vorwurf: Sie sei ohne Genehmigung in den Hafen auf Lampedusa eingefahren und habe ein italienisches Polizeischiff gefährdet, das versuchte, das Rettungsschiff zu stoppen.

Zuvor hatten Rackete und die anderen  Menschen auf der „Sea-Watch 3“ mehr als zwei Wochen vergeblich darauf gewartet, dass ihnen ein sicherer Hafen zugewiesen werden würde, an dem sie die 40 geretteten Menschen an Board würden absetzen können. Laut Rackete habe es an Board kein Wasser mehr gegeben, auch habe es große Sorge um die psychische Verfassung der Geretteten gegeben. Nun drohen der Kapitänin mehrere Jahre Haft wegen „Beihilfe zur illegalen Einwanderung“ und „Verstößen gegen die Schiffahrtsordnung“.

Das Thema Seenotrettung polarisiert und könnte durch den Fall Rackete jetzt auch für diplomatische Verwerfungen sorgen. Der deutsche Außenminister Heiko Maas forderte die Freilassung Racketes. Zwei Spendenaktionen zu ihrer Unterstützung sammelten mehr als eine Million Euro. Dennoch werfen einige Menschen, darunter der italienische Innenminister Matteo Salvini, den Seenotrettern vor, die illegale Migration erst anzukurbeln.

Wir empfehlen heute ein Interview von Buzzfeed News mit Johann Pätzold, der als Seenotretter auf der „Sea Eye“ gearbeitet hat. In dem Interview wird Pätzold mit all dem konfrontiert, das Kritiker der Seenotrettung als Gegenargumente sehen – und hat schlaue Antworten.

„Als wir damals angefangen haben, zu retten, waren schon mehrere zehntausend Menschen ertrunken. Die Hilfsorganisationen haben sich erst gegründet, nachdem die Menschen eben schon in Massen ertrunken sind. Die kommen also nicht wegen uns.“

 

Hier entlang zum Originalbeitrag.

 

Jeden Montag- bis Freitagmorgen um 7 Uhr erscheint an dieser Stelle der Perspektivwechsel am Morgen. Hier finden Sie täglich einen Artikel, der zu einem aktuellen Tagesthema eine alternative Sichtweise bietet. In unserem Archiv finden Sie darüber hinaus unsere Debattenübersichten zu den wichtigsten politischen Themen unserer Zeit.

Wer steckt dahinter?

Alisa Sonntag
Kommt aus:Ursprünglich aus dem Raum Chemnitz, aktuell in Leipzig.
Politische Position:Arbeitet bei THE BUZZARD, weil sie möglichst viele Menschen ermutigen möchte, die eigene Filterblase ab und an mal zu verlassen.
Arbeitet für/als:Studiert in Halle an der Saale "Multimedia und Autorschaft" und "International Area Studies" im Master. Arbeitet außer für THE BUZZARD unter anderem für den MDR.
Was Sie noch wissen sollten:Hat ihr Bachelorstudium in Politik- und Kommunikationswissenschaften abgeschlossen.
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