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So viele Hitzetote könnte das Pariser Abkommen verhindern
So viele Hitzetote könnte das Pariser Abkommen verhindern
( Link zum Originalbild | Urheber: geralt | Pixabay | CC0 )

Der tägliche Blick über den Tellerrand mit The Buzzard. 

Guten Morgen,

mich persönlich stört sie ja nicht, die Hitze. Doch unter meinen Freunden und Bekannten sieht die Sache anders aus, sie sind sich einig: Das ist zu viel. Gestern hat die Temperatur einen 70 Jahre alten Juni-Hitzerekord überschritten, 38,6 Grad in Brandenburg. Viele Medien weisen auf die Gefahren hin: Besonders kranke Menschen seien betroffen, aber auch für Senioren sei das Risiko groß. Spiegel Online gibt Tipps für den richtigen Umgang mit dem extremen Wetter. In Berlin sind im vergangenen Sommer ca. 490 Menschen an den Folgen der Hitze gestorben.

Um ähnliche Zahlen geht auch in meiner heutigen Empfehlung. Sie stammt von der Journalistin Kendra Pierre-Louise und ist in der New York Times erschienen. Pierre-Louise wertet eine Studie aus, veröffentlicht Anfang des Monats von Klimaforschern in der Fachzeitschrift Science Advances. Die Fragestellung: Wie viele Hitzetote könnte das Eindämmen des Klimawandels verhindern?

Dazu haben die Forscher Daten aus 15 amerikanischen Städten erhoben, darunter New York, Detroit und Philadelphia. Sie haben versucht zu errechnen, wie viele jährliche Tote es bei jeweils 1,5 Grad Erwärmung, bei 2 Grad und bei 3 Grad geben würde.

Das Ergebnis: Pro Großstadt lassen sich, erreichen wir das 1,5-Grad-Ziel, bis zu 2720 Tote verhindern. Erreichen wir 2 Grad, wären es immerhin bis zu 1980 weniger Tote pro Stadt.

Zurzeit allerdings steuern wir, so die Forscher, auf 3 Grad zu. Und das heißt: mehr Hitzewellen, mehr Tote. Eins macht jedoch Hoffnung: Offenbar können sich Menschen ziemlich schnell den Umständen anpassen: In Europa hat es 2003 und 2010 ähnlich starke Hitzewellen gegeben, aber während bei der ersten allein in London und Paris 1050 Menschen umgekommen sind, lag die Zahl 2010 deutlich niedriger. Bewussteres Verhalten, mehr Klimaanlagen, vermuten die Forscher.

Trotzdem:

„Es gibt die schlimme Tatsache, dass es oft eine katastrophale Hitzewelle braucht, bevor Städte Maßnahmen ergreifen – etwa das Einrichten von öffentlichen Kühlzentren –, die den Bewohnern helfen, mit der Temperatur fertig zu werden.“

 

Hier entlang zum Originalbeitrag.

 

Jeden Montag- bis Freitagmorgen um 7 Uhr erscheint an dieser Stelle der Perspektivwechsel am Morgen. Hier finden Sie täglich einen Artikel, der zu einem aktuellen Tagesthema eine alternative Sichtweise bietet. In unserem Archiv finden Sie darüber hinaus Debattenübersichten zu den wichtigen politischen Themen unserer Zeit.

Wer steckt dahinter?

Maurus Jacobs
Kommt aus:Geboren in Kalifornien, aufgewachsen bei Hamburg, jetzt in Leipzig
Politische Position:Hat großes Interesse, komplexe Debatten in ihrer Vielfalt, aber übersichtlich darzustellen
Arbeitet für/als:Arbeitet für eine Hamburger Medienagentur
Was Sie noch wissen sollten:Maurus hat in Hamburg für die Bergedorfer Zeitung und Die Welt geschrieben. Er studiert am Deutschen Literaturinstitut.
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