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Die AfD ist im Osten weniger stark, als es in den Medien scheint
Die AfD ist im Osten weniger stark, als es in den Medien scheint
( Link zum Originalbild | Urheber: Túrelio | Wikimedia Commons | CC BY-SA 3.0 DE )

Der tägliche Blick über den Tellerrand mit The Buzzard. 

Guten Morgen,

könnte es sein, dass die Medien den Vormarsch der AfD im Osten übertreiben? Wer „afd osten“ in die Suchmaschine tippt, der stößt auf Artikel, die die AfD als angehende Volkspartei bezeichnen. Vom „blauen Herbst“ ist die Rede. Auch Erklärungsversuche finden sich: 5 Gründe, weshalb die AfD im Osten so stark ist.

Natürlich stimmt das – die AfD ist im Osten stärker als in anderen Teilen der Bundesrepublik, sie wird bei den Landtagswahlen in Thüringen, Sachsen und Brandenburg ordentlich Stimmen bekommen. Sie ist allerdings weniger stark, als viele Medien suggerieren.

Das zumindest ist das die These meiner heutigen Empfehlung. Sie stammt von Thomas Laschyk, dem leitenden Redakteur des Blogs Der Volksverpetzer“. Laschyk hat Umfragen ausgewertet und macht einen Trend aus: In den drei Bundesländern, in denen im September und Oktober gewählt wird, verliere die AfD Stimmen. Linker orientierte Parteien hingegen – Linke, SPD, Grüne – gewönnen Stimmen dazu. Die Datenlage ist zum Teil nicht ideal, was Laschyk auch zugibt. Seiner Auswertung zufolge hat die AfD in einem halben Jahr im Osten vier Prozentpunkte verloren, 2018 hatte sie 27 Prozent, zurzeit steht sie bei 23 Prozent.

Die Verluste sind nicht so groß, dass man, wie Laschyk es tut, vom „Niedergang der AfD“ sprechen sollte. Auch dass sie ihren „Zenit überschritten“ hat, geht nicht aus den Umfragen hervor. Und obwohl die linkeren Parteien Stimmen gewinnen, ist es übertrieben, von einem „Linksruck“ zu sprechen. 

Trotzdem ist sein Text lesenswert, weil er die aktuelle AfD-Berichterstattung hinterfragt. Laschyk unterstellt einigen Medien, dass sie die AfD größer machen, als sie in Wirklichkeit ist. Und das ist ein Problem, denn:

„Wahlumfragen beeinflussen nachweislich das Wahlverhalten. Solche Schlagzeilen hinterlassen den Eindruck, dass die Zustimmung zur AfD im Osten Deutschlands zunimmt und sie Wähler*innen hinzugewinnt. Dass sie in einem Aufwärtstrend steckt. Dabei ist genau das Gegenteil der Fall.“

 

Hier entlang zum Originalbeitrag.

 

Jeden Montag- bis Freitagmorgen um 7 Uhr erscheint an dieser Stelle der Perspektivwechsel am Morgen. Hier finden Sie täglich einen Artikel, der zu einem aktuellen Tagesthema eine alternative Sichtweise bietet. In unserem Archiv finden Sie darüber hinaus Debattenübersichten zu den wichtigen politischen Themen unserer Zeit.

Wer steckt dahinter?

Maurus Jacobs
Kommt aus:Geboren in Kalifornien, aufgewachsen bei Hamburg, jetzt in Leipzig
Politische Position:Hat großes Interesse, komplexe Debatten in ihrer Vielfalt, aber übersichtlich darzustellen
Arbeitet für/als:Arbeitet für eine Hamburger Medienagentur
Was Sie noch wissen sollten:Maurus hat in Hamburg für die Bergedorfer Zeitung und Die Welt geschrieben. Er studiert am Deutschen Literaturinstitut.
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