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80 verschiedene Identitäten: Undercover in der rechten Szene
80 verschiedene Identitäten: Undercover in der rechten Szene
( Link zum Originalbild | Urheber: Robert-Owen-Wahl | Pixabay | Pixabay Lizenz )

Der tägliche Blick über den Tellerrand mit The Buzzard.

Guten Morgen,

am 2. Juni wurde der CDU-Politiker Walter Lübcke vor seinem Wohnhaus in Hessen erschossen. Schnell gab es Spekulationen, der Täter könnte aus der rechten Szene stammen. Lübcke war 2015 Opfer einer rechten Hasskampagne geworden, weil er auf einer Bürgerversammlung zu einer geplanten Flüchtlingsunterkunft gesagt hatte: „Da muss man für Werte eintreten. Und wer diese Werte nicht vertritt, der kann jederzeit dieses Land verlassen, wenn er will.“

Laut TAGESSPIEGEL gehen die Ermittler in dem Mordfall aktuell von einem rechtsextremistischen Hintergrund aus. Am Samstag wurde nach Informationen verschiedener Medien der dringend tatverdächtige Stefan E. festgenommen. Er soll Kontakte in die rechte Szene, unter anderem zur militanten Neonazi-Gruppe „Combat 18“, haben. Laut ZEIT ist er schon mehrmals mit Gewalttaten, beispielsweise einem Angriff mit einer Rohrbombe auf ein Flüchtlingsheim, aufgefallen.

Details sind zum rechten Hintergrund des möglichen Täters sind noch nicht bekannt – doch die Festnahme wirft einige Fragen auf. Ob der Täter allein war beispielsweise. Welche anderen rechten Netzwerke in Deutschland aktiv sind.

Diese Fragen zu beantworten, ist für Journalisten und Journalistinnen nicht nur schwer, sondern auch gefährlich. Das zeigt der Film vom STRG_F-Journalisten Tobias Zwior. Er begleitet einen Journalisten, der seit 15 Jahren undercover in der rechten Szene recherchiert und sich dabei immer wieder in extrem gefährliche Situationen begibt. Vor die Kamera tritt er nur, nachdem Maskenbildner sein Gesicht unkenntlich gemacht haben, von seiner Arbeit weiß nur sein engster Familienkreis. Er hat über 80 verschiedene Identitäten. Die 15-minütige Dokumentation zeigt einen sehr mutigen, sehr engagierten Journalisten – aber auch eine extrem aggressive, menschenverachtende rechte Szene.

„Angst hatte ich schon früher immer, Angst ist mein ständiger Begleiter bei solchen Recherchen und ich denke, das muss sie auch sein. Wenn die Angst weg wäre, dann wäre es gemeingefährlich, sowas zu machen.“

Hier entlang zum Originalbeitrag.

Jeden Montag- bis Freitagmorgen um 7 Uhr erscheint an dieser Stelle der Perspektivwechsel am Morgen. Hier finden Sie täglich einen Artikel, der zu einem aktuellen Tagesthema eine alternative Sichtweise bietet. In unserem Archiv finden Sie darüber hinaus Debattenübersichten zu den wichtigen politischen Themen unserer Zeit.

Wer steckt dahinter?

Alisa Sonntag
Kommt aus:Ursprünglich aus dem Raum Chemnitz, aktuell in Leipzig.
Politische Position:Arbeitet bei THE BUZZARD, weil sie möglichst viele Menschen ermutigen möchte, die eigene Filterblase ab und an mal zu verlassen.
Arbeitet für/als:Studiert in Halle an der Saale "Multimedia und Autorschaft" und "International Area Studies" im Master. Arbeitet außer für THE BUZZARD unter anderem für den MDR.
Was Sie noch wissen sollten:Hat ihr Bachelorstudium in Politik- und Kommunikationswissenschaften abgeschlossen.
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