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Medienfreiheit in Russland: Welche Rolle YouTube spielt
Medienfreiheit in Russland: Welche Rolle YouTube spielt
( Link zum Originalbild | Urheber: Gerd Altmann | Pixabay | Pixabay Lizenz )

Der tägliche Blick über den Tellerrand mit The Buzzard.

Guten Morgen,

am Donnerstag letzter Woche verhaftet, am Samstag unter Hausarrest gestellt, wenige Tage später wieder frei – der Fall des russischen Investigativjournalisten Iwan Golunow sorgte für ein regelrechtes Stakkato an Schlagzeilen. Wegen angeblicher Drogendelikte war Golunow festgenommen worden, worauf eine bis dahin beispiellose Welle der Solidarisierung in den russischen Medien folgte. Kurz darauf ließ das Innenministerium die Vorwürfe gegen ihn fallen. Hochrangige Beamte sollen wegen der Festnahme ihre Posten verlieren.

Einige Beobachter sehen in der überraschenden Freilassung Golunows einen Erfolg der russischen Zivilgesellschaft gegen staatliche Einschüchterungsversuche. Damit ist nun aber nicht plötzlich alles gut in Sachen Medien- und Pressefreiheit in Russland (das Land steht im Ranking von „Reporter ohne Grenzen“ nur auf Rang 149).

Wer sich für die Umwege interessiert, die die freie Meinungsäußerung in Russland unter Präsident Putin inzwischen nehmen muss, dem empfehlen wir heute einen Beitrag aus der NEW YORK TIMES. Neil MacFarquhar leitet das Moskauer Büro der Zeitung und erläutert, welche Rolle YouTube für die Verbreitung regierungskritischer Stimmen in Russland spielt.

In dem Land seien insbesondere die großen Fernsehsender staatlich gelenkt und die jüngere Generation schenke dem, was sie im Fernsehen hören, keinen Glauben mehr, so MacFarquhar. Er verdeutlicht anhand einiger Beispiele, wie politische Botschaften und Kritik über YouTube verbreitet werden. Der Kanal von Yuri Dud beispielsweise hat es mit Interviews – unter anderem mit einem Bandmitglied von Pussy Riot – zu Popularität und einer beachtlichen Zahl an Followern gebracht. Auch der bekannte Oppostionspolitiker Alexei Anatoljewitsch Nawalny nutzt YouTube intensiv für seine Kommunikation, wie der Artikel zeigt.

„Für offenere Meinungsäußerungen – insbesondere Kritik an Präsident Wladimir Putin – hat YouTube sich zum wichtigsten Instrument entwickelt, um das russische Publikum zu erreichen. Vor allem für die Jüngeren ist es zur Alternative, wenn nicht sogar zum Ersatz, für das staatliche Fernsehen geworden.“

 

Hier entlang zum Originalbeitrag.

Jeden Montag- bis Freitagmorgen um 7 Uhr erscheint an dieser Stelle der Perspektivwechsel am Morgen. Hier finden Sie täglich einen Artikel, der zu einem aktuellen Tagesthema eine alternative Sichtweise bietet. Wer mehr zur politischen Dimension von YouTube erfahren möchte, kann unsere Debatte zur CDU-Kritik von Rezo lesen.

Wer steckt dahinter?

Frank Kaltofen
Kommt aus:Immer Thüringer gewesen, jetzt in Leipzig
Arbeitet für/als:Redakteur in verschiedenen Kontexten
Was Sie noch wissen sollten:Studierter Politikwissenschaftler und jetzt Schreiberling. Interessiert an Menschen und ihren Geschichten. Schreibt seit 2007, am liebsten über Kulturelles & Zeitgeschichtliches.
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