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Bessere Bildung löst soziale Ungleichheit nicht
Bessere Bildung löst soziale Ungleichheit nicht
( Link zum Originalbild | Urheber: www.picjumbo.com | Pixabay | CC0 Public Domain )

Der tägliche Blick über den Tellerrand mit The Buzzard.

Guten Morgen,

Bildung ist der Schlüssel zu einer besseren und gerechteren Gesellschaft – oder? Der US-amerikanische Unternehmer Nick Hanauer war lange fest von diesem Grundsatz überzeugt. In einem Beitrag für THE ATLANTIC schreibt er, dass er Millionen an Dollar an Organisationen gespendet hat, die auf bessere Bildung in den USA setzen, um soziale Ungleichheit zu lösen. Und nicht nur Hanauer: Von den 50 größten amerikanischen Familienstiftungen hätten sich 40 Bildung als Schwerpunkt gesetzt. Doch irgendwann habe Hanauer gemerkt, dass bessere Bildung alleine nichts gegen soziale Ungleichheit ausrichten kann.

Bildung ist nicht das Problem – sondern Lohnhöhe

Das Problem sei nicht, dass die Amerikaner schlecht gebildet sind, sondern dass ihre Jobs zu schlecht bezahlt sind. Zwar seien die Bürger so gut gebildet seien wie noch nie und die Arbeitslosigkeit extrem niedrig – aber die Löhne seien heute noch auf dem gleichen Level wie vor 20 Jahren. Dabei sei das Einkommen der Eltern meistens der ausschlaggebende Faktor, ob ein Kind erfolgreich in der Schule und später im Berufsleben ist: Studien hätten herausgefunden, dass Leistung in der Schule nur 20 Prozent von der Bildungseinrichtung selbst abhängt, 60 Prozent aber von den familiären Umständen und vor allem dem Einkommen.

„Klar, wir müssen qualitativ hochwertige Bildung bieten, aber eben auch hochwertige Wohnverhältnisse, Gesundheitsversorgung, Kinderbetreuung und alle anderen Voraussetzungen für ein sicheres, mittelständisches Leben. Und wenn wir erfolgreiche bürgerliche Gemeinschaften bauen wollen, in denen auch gute Schulen gedeihen, ist es vor allem wichtig, allen Arbeitnehmern einen würdigen Lohn zu zahlen, nicht nur den Software-Ingenieuren und den Finanziers. […] Die direkteste Art, soziale Ungleichheit in Angriff zu nehmen, ist normalen Arbeitnehmern mehr zu zahlen, den Mindestlohn anzuheben und reiche Leute wie mich sehr viel höher zu besteuern.“

 

Hier entlang zum Originalbeitrag.

 

Jeden Montag- bis Freitagmorgen um 7 Uhr erscheint an dieser Stelle der Perspektivwechsel am Morgen. Hier finden Sie täglich einen Artikel, der zu einem aktuellen Tagesthema eine alternative Sichtweise bietet. In unserem Archiv finden Sie darüber hinaus Debattenübersichten zu den wichtigen politischen Themen unserer Zeit.

Wer steckt dahinter?

Stephanie Berens
Kommt aus:Deutschland
Politische Position:Versteht sich als Feministin und interessiert sich für Gender und Queer Studies.
Arbeitet für/als:Studiert Amerikanistik im Master an der LMU München und ist Redakteurin bei The Buzzard.
Was Sie noch wissen sollten:Schreibt für das Münchner Studentenmagazin „unikat“ und hat bei The Buzzard sowie bei der Sedona Red Rock News in den USA Praktika absolviert.
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