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Das Amthor-Bashing ist unfair
Das Amthor-Bashing ist unfair
( Link zum Originalbild | Urheber: Olaf Kosinsky | Wikimedia Commons | CC BY-SA 3.0 )

Der tägliche Blick über den Tellerrand mit The Buzzard.

Guten Morgen,

auf Twitter ist man sich nicht einig. Außer, wenn es um freie Meinungsäußerung im Netz geht – oder um Philipp Amthor. Der 26-jährige CDU-Politiker erfreut sich in den sozialen Netzen aktuell nicht allzu großer Beliebtheit. Eine Suche mit dem Hashtag #Amthor bringt vor allem Witze und Memes zu Tage. Der Abgeordnete, der im Antwortvideo seiner Partei auf die Kritik des YouTubers Rezo auftreten sollte, wird mit der Biene Willi aus der Animationsserie „Biene Maja“ verglichen, mit Randall aus „Disneys Große Pause“. Dabei geht es nicht um seine politische Einstellung. Sondern um sein Äußeres.

Genau das kritisiert der Psychiater und Autor Robert von Cube in seinem Beitrag für den FREITAG als „Lookism“. Amthor inhaltlich anzugreifen, schreibt er, wäre sinnvoll gewesen. Der Politiker gehört dem streng konservativen Flügel seiner Partei an: Er spricht sich gegen die Ehe für alle aus, aber für den Paragraphen 219a und für Abschiebungen nach Afghanistan. Laut von Cube vertritt der junge Politiker seine Positionen dabei intellektuell und rhetorisch gewandt. Dennoch beziehe die Kritik an Amthor sich vor allem auf sein „unmännliches“ Aussehen.

Das sei besonders paradox, weil ein großer Teil von einem linken Publikum komme, das von sich behaupte, über das Ideal der „toxischen Männlichkeit“ hinweg zu sein. Doch im Bezug auf den politischen Gegner seien viele schnell in archaische Denkmuster verfallen.

Und: Amthor ist wohl Single, das wird auch gerne aufgegriffen. Eine Twitter-Userin, die sich laut Profil als Feministin und Antifaschistin versteht, vermutet, Amthor werde nie eine Freundin kriegen. Andere drücken sich ordinärer aus. Ich möchte nicht hören, dass Frauen „mal ordentlich rangenommen“ werden müssten. Aber bitte auch nicht andersherum.“

Hier entlang zum Originalbeitrag.

Jeden Montag- bis Freitagmorgen um 7 Uhr erscheint an dieser Stelle der Perspektivwechsel am Morgen. Hier finden Sie täglich einen Artikel, der zu einem aktuellen Tagesthema eine alternative Sichtweise bietet. In unserem Archiv finden Sie darüber hinaus Debattenübersichten zu den wichtigen politischen Themen unserer Zeit.

Wer steckt dahinter?

Alisa Sonntag
Kommt aus:Ursprünglich aus dem Raum Chemnitz, aktuell in Leipzig.
Politische Position:Arbeitet bei THE BUZZARD, weil sie möglichst viele Menschen ermutigen möchte, die eigene Filterblase ab und an mal zu verlassen.
Arbeitet für/als:Studiert in Halle an der Saale "Multimedia und Autorschaft" und "International Area Studies" im Master. Arbeitet außer für THE BUZZARD unter anderem für den MDR.
Was Sie noch wissen sollten:Hat ihr Bachelorstudium in Politik- und Kommunikationswissenschaften abgeschlossen.
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