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Digitalisierte Verwaltung: Dänemark als Vorbild?
Digitalisierte Verwaltung: Dänemark als Vorbild?
( Link zum Originalbild | Urheber: Gerd Altmann | Pixabay | Pixabay-Lizenz )

Der tägliche Blick über den Tellerrand mit The Buzzard.

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Digitalisierung gilt als Zauberwort fast aller Lebensbereiche. Die öffentliche Verwaltung, so wird häufig kritisiert, hinke dabei allerdings hinterher: Obwohl bereits seit einigen Jahren das so genannte „E-Government-Gesetz“ gilt, mit dem die digitale Verwaltung gefördert und beschleunigt werden soll, sind der persönliche Gang zur Behörde oder der Antrag auf Papier noch immer enorm verbreitet. Die Zielvorgabe für Bund, Länder und Kommunen, ihre Verwaltungsdienstleistungen bis Ende 2022 digitalisiert zu haben, wird wohl nicht zu halten sein.

Deutschland nimmt in dieser Frage demnach alles andere als eine Vorreiterrolle ein. Ganz anders stellt sich die Situation in Dänemark da: Post von den Behörden unterwegs auf dem Smartphone lesen; digital einen Reisepass beantragen oder die Scheidung einreichen – fast alles erledigen die Bürger in Dänemark digital, zeigt die TAGESSPIEGEL-Redakteurin Marie Rövekamp. Auch, weil man für Anträge auf Papier inzwischen triftige Gründe vorbringen muss.

Die Akzeptanz der Bevölkerung sei dadurch zu erklären, so Rövekamp, dass die Digitalisierung in dem skandinavischen Land eine lange Geschichte hat. Im Verwaltungswesen wurden seit 2001 bereits mehr als 100 Dienstleistungen digitalisiert.

Keine Wartezeiten in irgendeinem Vorzimmer mit Nummernziehen – das klingt natürlich wunderbar. Doch Rövekamp beleuchtet in ihrem Beitrag auch Schattenseiten des digitalen Behördenumbaus, zum Beispiel den damit verbundenen Personalabbau in der Verwaltung. Oder die Menge an gesammelten Informationen über die Bürger: Der dänische Staat arbeite mit Banken, Versicherungen und Unternehmen zusammen – durch all diese verknüpften Daten werde der Bürger „quasi gläsern“.

„Seit 2007 bekommen die Dänen wichtige Informationen von der Stadt, Mahnungen und Erinnerungen an Impftermine nicht mehr in den Briefkasten, sondern an ihr digitales Postfach zugeschickt. Mit dem 15. Lebensjahr sind sie genauso wie Unternehmen verpflichtet, dieses zu nutzen.“

 

Hier entlang zum Originalbeitrag.

 

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Wer steckt dahinter?

Frank Kaltofen
Kommt aus:Immer Thüringer gewesen, jetzt in Leipzig
Arbeitet für/als:Redakteur in verschiedenen Kontexten
Was Sie noch wissen sollten:Studierter Politikwissenschaftler und jetzt Schreiberling. Interessiert an Menschen und ihren Geschichten. Schreibt seit 2007, am liebsten über Kulturelles & Zeitgeschichtliches.
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