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Warum die plastikverpackte Gurke besser ist als ihr Ruf
Warum die plastikverpackte Gurke besser ist als ihr Ruf
( Link zum Originalbild | Urheber: Charles De Luvio | Unsplash | Unsplash License )

Der tägliche Blick über den Tellerrand mit The Buzzard.

Guten Morgen,

zum Frühstück gibt es Brot; In Plastik verpackt mit Plastikverschluss. Darauf Frischkäse aus der Kunststoffverpackung. Und noch was Gesundes, ein paar Scheiben Gurke. Ist die auch in Plastik verpackt? Darüber scheiden sich wohl die Geister.

Plastik-Verpackungen sind out. In Zeiten von Fridays For Future und in denen immer mehr Unverpackt-Läden öffnen, kommt man um die Frage von plastikfreiem Einkauf nicht mehr herum.
Die Supermarktkette Rewe will jetzt 107 Obst- und Gemüsesorten der Bio-Eigenmarke ohne oder in plastikreduzierten Verpackungen anbieten. Damit könne man laut Eigenaussagen der Kette jährlich bis zu 90 Tonnen Verpackungsmaterial sparen. Momentan sind es bei Rewe noch rund 59 Prozent des Obsts und Gemüse in Plastik verpackt. Beim Discounter Aldi sind es noch mehr. Rund 74 Prozent des Gemüses ist dort immer noch in Plastik verpackt, auch wenn die Gurken dort seit April unverpackt verkauft werden.

Wir empfehlen heute einen Beitrag von SWR3, der zeigt: Es stimmt nicht, dass Gemüse in Plastikverpackungen schlechter für die Umwelt ist als unverpacktes. Die Vorteile von Unverpacktem scheinen erst einmal sehr einleuchtend: es wird an Plastik gespart, für dessen Herstellung Ressourcen verbraucht werden und das am Ende im schlimmsten Fall verbrannt oder ins Meer geworfen wird. Das ist gleich doppelt mies für die Ökobilanz.

Doch es gibt auch Argumente, die für die Plastikverpackung sprechen. Gurken bestehen zu 96% aus Wasser und sind damit höchst anfällig für Quetschungen oder Verletzungen der Oberfläche. Die Folie hilft die empfindliche Gurke zu schützen. Dadurch werden am Ende weniger Gurken entsorgt. Damit fällt weniger Müll in Form von Gemüseabfall an und das Wasser das zum Anbau gebraucht wird, wird am Ende nicht „verschwendet“, weil die Gurken nie auf dem Markt landen. Die Umweltbilanz der unverpackten Gurken wäre damit schlechter als die einer verpackten. Aber eben auch nur, wenn die Verpackung dann recycelt wird und nicht in der Natur landet.

Einfach ist es also auf keinen Fall. Das Problem greift ja auch viel tiefer als nur Verpackung oder eben nicht. Der Beitrag macht deutlich, dass man vielmehr drüber nachdenken sollte, ob man im Winter Gurken aus Spanien kaufen muss, die einen langen und in plastikverpackten Weg hinter sich haben. Auch sollte es in den Läden ankommen, nicht mehr nur Gurken zu verkaufen, die perfekte gerade und alle 30 cm lang sind.

„Es ist eine schwierige Abwägung. So einfach ist das mit dem Berechnen der Ökobilanz nämlich nicht. Das ist eine komplizierte Rechnung, in die viele verschiedene Faktoren reinspielen: Wie weit ist der Transportweg, wie viel Müll wird produziert, wie viel Energie für die Herstellung der Verpackungsmaterialien benötigt?“

Hier entlang zum Originalbeitrag

Jeden Montag- bis Freitagmorgen um 7 Uhr erscheint an dieser Stelle der Perspektivwechsel am Morgen. Hier finden Sie täglich einen Artikel, der zu einem aktuellen Tagesthema eine alternative Sichtweise bietet. In einer Wochenausgabe von The Buzzard widmen wir uns der Frage: Was können wir gegen Plastikmüll in den Ozeanen tun?

Wer steckt dahinter?

Pia Benthin
Kommt aus:Geboren und aufgewachsen in Berlin, studiert und lebt in Leipzig.
Politische Position:Findet, dass Politik uns alle angeht, weil sie uns alle betrifft. Wünscht sich mehr Repräsentation von jungen Menschen in den Medien und Weltoffenheit.
Arbeitet für/als:Studiert an der Universität Leipzig Anglistik im Bachelor und schreibt für The Buzzard.
Was Sie noch wissen sollten:Ist Ressortleiterin bei student! Der unabhängigen Leipziger Hochschulzeitung.
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