Zurück zur Debattenübersicht
Die SPD macht Politik für nichtexistente Wähler
Die SPD macht Politik für nichtexistente Wähler
( Link zum Originalbild | Urheber: Josue Isai Ramos Figueroa | Unsplash | CC0 Public Domain )

Das Argument in Kürze:

Das Problem der SPD sei, dass sie keine Zielgruppe mehr habe. Das schreiben der Volkswirt Fedor Ruhose und der Wahlforscher Rainer Faus in einem Beitrag für das IPG-JOURNAL. Die traditionelle Arbeiterschicht, deren Interessen die SPD früher vertreten hat, gebe es gar nicht mehr.

 

Die SPD hat den gesellschaftlichen Wandel verschlafen

Die SPD gehe noch immer davon aus, dass die Gesellschaft in ein traditionelles Arbeitermilieu und ein modernes Akademikermilieu aufgeteilt sei, schreiben Ruhose und Faus. Laut Vorstellungen der SPD fürchte sich das Arbeitermilieu vor Globalisierung, Digitalisierung und allem Fremden und möchte von der Partei „beschützt“ werden. Dieses traditionelle Arbeitermilieu gebe es jedoch nicht mehr. Heute bildeten Menschen, die prekäre Arbeit verrichten, eine Mischung aus Hochschulmitarbeitern in Kettenverträgen, Leiharbeitern im Dienstleistungssektor und der Industrie, Lieferfahrern, Airline-Crews oder befristet Angestellten. Diese Gruppe sei zu heterogen, um von einer Partei repräsentiert zu werden. Die SPD halte aber weiterhin an der alten Zielgruppe fest und versuche weiter, Politik für sie zu machen.

„Die Welt dreht sich stetig weiter, verändert sich, Milieus lösen sich auf, neue kommen dazu. Die SPD hatte nie ein 100 Prozent-Wahlanteil-Abo unter Arbeitern – selbst bei den Wahlsiegen 1998 und 2002 lag der SPD-Anteil bei Arbeitern unter 50 Prozent. Es gibt auch gar nicht mehr so viele Arbeiter: In Deutschland liegt der Anteil der Arbeiter an der Gesamtbevölkerung bei rund 15 Prozent. Die Gruppe der Arbeiter wird zudem immer heterogener.“

 

Der Beitrag wird empfohlen von: Stephanie Berens.

Wer steckt dahinter?

Fedor Ruhose, Rainer Faus
Kommt aus:Deutschland
Arbeitet für/als:Ruhose ist Diplom-Volkswirt, Faus ist Wahlforscher.
Was Sie noch wissen sollten:Fedor Ruhose forscht für die linksliberale Denkfabrik „Das Progressive Zentrum“ und ist Geschäftsführer der SPD-Fraktion im rheinland-pfälzischen Landtag. Rainer Faus ist geschäftsführender Gesellschafter der Meinungsforschungsagentur Pollytix Strategic Research und im Vorstand des Vereins „Artikel Eins – Intiative für Menschenwürde“.
Lies The Buzzard ab sofort in deinem E-Mail Postfach. Nein danke

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.