Zurück zu allen Tagesempfehlungen
Männer können nicht mit ihren Gefühlen umgehen und Frauen baden das aus
Männer können nicht mit ihren Gefühlen umgehen und Frauen baden das aus
( Link zum Originalbild | Urheber: Tom Pumford | Unsplash | CC0 Public Domain )

Der tägliche Blick über den Tellerrand mit The Buzzard.

Guten Morgen,

Gefühle und Emotionen sind Frauensache, Vernunft und Verstand Männersache – so wird uns das zumindest meistens beigebracht. Welche Auswirkungen das auf unsere persönlichen Beziehungen haben kann, zeigt die Autorin Melanie Hamlett in einem Beitrag für HARPERS BAZAAR. Hamlett schreibt, dass unser gesellschaftlich geprägtes Bild von Männlichkeit dazu führt, dass Männer weniger gut mit ihren Gefühlen umgehen können und wenige enge Freundschaften mit anderen Männern pflegen. Darunter litten vor allem ihre Partnerinnen.

Intime Männerfreundschaften sind selten

Laut Hamlett werde Männern schon seit Generationen beigebracht, dass Empfindlichkeit, Feingefühl und Sanftmut typisch weiblich – und damit unmännlich – seien. Dadurch könnten Männer aber auch weniger gut mit Frust und Ärger umgehen. Zudem komme, dass enge und intime Freundschaften unter Männern gesellschaftlich nicht so hoch angesehen oder gefördert würden wie bei Frauen. Das Ergebnis: Männer verließen sich auf Frauen – vor allem ihre Partnerin – für emotionale Unterstützung.

Frauen leisten mehr unbezahlte emotionale Arbeit als Männer

Das Problem hierbei sei, dass Frauen sowieso schon viel unbezahlte, emotionale Arbeit leisten. Obendrauf müssten sie für ihre Partner zusätzlich noch die Aufgaben der besten Freundin, der Liebhaberin, der Karriereberaterin, Modeberaterin, Sekretärin, Cheerleaderin und Mutter (für den Mann selbst oder seine Kinder) übernehmen. Hamlett schreibt, dass deswegen eine ganze Generation an Frauen völlig erschöpft sei. Und trotzdem sähen viele Frauen kein Problem darin, dass sie so viel emotionale Arbeit für ihre Männer leisten – das Bild der Frau als Unterstützerin, die Rückhalt und Sicherheit bietet, sei tief in der Gesellschaft verankert.

Die Lösung des Problems? Hamlett schreibt, dass viele Frauen sich das nicht mehr gefallen lassen und ihren Partnern ans Herz legen, sich mit einem Therapeuten oder in einer Selbsthilfegruppe mit ihren Emotionen auseinanderzusetzen. Dazu müssten die Männer aber oft erstmal ihr eigenes Männlichkeitsbild hinterfragen.

„Während Frauen unzählige Selbsthilfebücher lesen, sich Podcasts anhören, sich für ihre Karriere beraten lassen, sich für Rat und Unterstützung an ihre Freundinnen wenden oder viel Geld dafür ausgeben, um alte Wunden und aktuelle Probleme mit einem Therapeuten zu verarbeiten, verlassen sich Männer einfach auf ihre Partnerinnen.“

 

Hier entlang zum Originalbeitrag.

 

Jeden Montag- bis Freitagmorgen um 7 Uhr erscheint an dieser Stelle der Perspektivwechsel am Morgen. Hier finden Sie täglich einen Artikel, der zu einem aktuellen Tagesthema eine alternative Sichtweise bietet. In unserem Archiv finden Sie darüber hinaus Debattenübersichten zu den wichtigen politischen Themen unserer Zeit.

Wer steckt dahinter?

Stephanie Berens
Kommt aus:Deutschland
Politische Position:Versteht sich als Feministin und interessiert sich für Gender und Queer Studies.
Arbeitet für/als:Studiert Amerikanistik im Master an der LMU München und ist Redakteurin bei The Buzzard.
Was Sie noch wissen sollten:Schreibt für das Münchner Studentenmagazin „unikat“ und hat bei The Buzzard sowie bei der Sedona Red Rock News in den USA Praktika absolviert.
Lies The Buzzard ab sofort in deinem E-Mail Postfach. Nein danke

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.