Zurück zu allen Tagesempfehlungen
Warum Museumsartefakte zurückgegeben werden müssen
Warum Museumsartefakte zurückgegeben werden müssen
( Link zum Originalbild | Urheber: RichardLey | Pixabay | Pixabay Lizenz )

Der tägliche Blick über den Tellerrand mit The Buzzard.

Guten Morgen,

am vergangenen Samstag war internationaler Museumstag. Anlass für Yirga Gelaw Woldeyes bei THE CONVERSATION auf eine Rückgabe von Museumsartefakten zu drängen. Der Dozent für Menschenrechte an der Curtin Universität in Australien kritisiert, dass die meisten Kunstgegenstände aus der Kolonialzeit oder anderen Eroberungen stammten. Museen rechtfertigten die Ausstellung dieser Gegenstände damit, dass so Wissen bewahrt werden könne. Aber nicht nur Kulturgegenstände betrifft diese Diskussion, selbst in vielen deutschen Museen lagern noch Gebeine und religiöse Gegenstände.

Rassistische und Kolonialistische Narrative setzen sich fort

Zwar habe hier ein Umdenken begonnen, viele Gebeine werden inzwischen zurückgegeben. Aber auch Geschirr, Masken oder Werkzeuge finden sich in den Ausstellungen westlicher Museen. Die Bereitschaft, diese in ihre Ursprungsländer zurückzubringen, ist gering. Museen berufen sich darauf, den kulturellen Austausch zu fördern und Wissen für zukünftige Generationen zu bewahren. Doch genau diese noblen Ansichten kritisiert Woldeyes. Die Argumentation impliziere, dass die Heimatländer zu dieser Wissensvermittlung nicht in der Lage seien. Es ist ein bekanntes, kolonialistisches Narrativ, dass es nur westliche Institutionen möglich sei, Museumsgegenstände angemessen auszustellen. Den Menschen, denen die Gegenstände rechtmäßig gehören, wird das Recht abgesprochen, selbst zu entscheiden, in welchem Rahmen und ob diese Artefakte überhaupt  ausgestellt werden dürften.

Viele Museen haben die Problematik inzwischen erkannt und arbeiten daran, neokolonialistische und rassistische Narrative aus den Museen zu verbannen. Aktuell beschäftigt die Diskussion über die Rückgabe von Kulturgütern auch das Humboldt Forum in Berlin. In der Sammlung der staatlichen Museen zu Berlin finden sich viele Gegenstände, die aus den Kolonien geraubt worden waren. Woldeyes erkennt diese Bemühungen an, kritisiert jedoch, dass diese Vorgehensweise vor allem den Museen helfen würde, progressiver aufzutreten.  Er sieht nur eine Möglichkeit, das geschehene Unrecht wieder gutzumachen: Artefakte müssten endlich zurückgegeben werden.

„Denn indem man Menschen ihre Artefakte, ihre Bücher und ihre religiösen und kulturellen Gegenstände wegnimmt, nimmt man ihnen gleichzeitig ihr Wissen, ihre Geschichte und ihre Philosophie“ 

 

Hier entlang zum Originalbeitrag

 

Jeden Montag- bis Freitagmorgen um 7 Uhr erscheint an dieser Stelle der Perspektivwechsel am Morgen. Hier finden Sie täglich einen Artikel, der zu einem aktuellen Tagesthema eine alternative Sichtweise bietet. In unserem Archiv finden Sie darüber hinaus Debattenübersichten zu den wichtigen politischen Themen unserer Zeit, unter anderem zu Fragen der internationalen Politik

Wer steckt dahinter?

Maika Schmitt
Kommt aus:Deutschland
Arbeitet für/als:studiert im Master Afrikanistik in Leipzig und arbeitet für The Buzzard und mephisto 97.6
Was Sie noch wissen sollten:Sucht und findet gerne außergewöhnliche Geschichten. Gerne aus Afrika. Die tauchen ihrer Meinung nach noch zu wenig in den deutschen Medien auf.
Lies The Buzzard ab sofort in deinem E-Mail Postfach. Nein danke

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.