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Eine Studie zeigt: Kinder können ihre Eltern beim Klimawandel zum Umdenken bringen
Eine Studie zeigt: Kinder können ihre Eltern beim Klimawandel zum Umdenken bringen
( Link zum Originalbild | Urheber: GoranH | Pixabay | CC0 )

Der tägliche Blick über den Tellerrand.

Guten Morgen,

viel ist über Fridays for Future diskutiert worden (übrigens auch bei uns, hier geht’s zur Debatte). Allerdings war dabei bisher unklar, ob die Schülerproteste tatsächlich einen Einfluss haben auf die Einstellung der Erwachsenen – oder ob sie letztlich wirkungslos bleiben.

Eine aktuelle Studie liefert in dieser Frage jetzt einen Anhaltspunkt. Zwar nicht für die politische Ebene, dafür jedoch im persönlichen Bereich. Sie zeigt, dass Kinder tatsächlich verändern können, wie ihre Eltern über den Klimawandel denken. Erschienen ist die Studie in der englischen Fachzeitschrift Nature Climate Change, bündig zusammengefasst hat sie Lydia Denworth für Scientific American.

Über einen Zeitraum von zwei Jahren wurden 238 Familien aus North Carolina untersucht; in 142 dieser Familien durchliefen die Kinder in der Schule ein Programm mit dem Schwerpunkt Klimawandel und führten mit ihren Eltern regelmäßig Gespräche über die Veränderungen des Klimas. In den restlichen 92 Familien nahmen die Kinder nicht an dem Programm teil, sie dienten als Vergleichsgruppe.

Das Ergebnis: Bei allen Eltern ist im Lauf der zwei Jahre die Sorge um den Klimawandel gewachsen, deutlicher stärker jedoch bei den Eltern, deren Kinder an dem Programm teilnahmen. Die Sorge wurde mithilfe einer Skala gemessen, von -8 (geringste Sorge) bis +8 (größte Sorge).

In einigen Fällen hat sich die Sorge der Eltern sogar verdoppelt, von -2 (relativ unbesorgt) zu +2 (relativ besorgt). Am deutlichsten veränderten sich dabei die Meinungen von Eltern, die angaben, konservativ zu sein, und ganz allgemein ließen sich Väter stärker umstimmen. Besonders gut im Überzeugen waren die Töchter.

„Die Studie zeigt, dass Kinder die Sorge ihrer Eltern für den Klimawandel verstärken können. Denn die Ansichten der Kinder zu diesem Thema sind – im Gegensatz zu denen der Erwachsenen – nicht festgefahren, sie spiegeln keine allgemeine politische Ideologie wider. Und die Eltern kümmern sich wirklich darum, was ihre Kinder denken, selbst in gesellschaftlichen Fragen wie dem Klimawandel oder der sexuellen Orientierung. (…) Die Studie misst zwar keine Verhaltensänderungen, sie gibt jedoch Hoffnung.

 

Hier entlang zum Originalbeitrag. (Englisch)

 

Jeden Montag- bis Freitagmorgen um 7 Uhr erscheint an dieser Stelle der Perspektivwechsel am Morgen. Hier finden Sie täglich einen Artikel, der zu einem aktuellen Tagesthema eine alternative Sichtweise bietet. In unserem Archiv finden Sie darüber hinaus Debattenübersichten zu den wichtigen politischen Themen unserer Zeit.

Wer steckt dahinter?

Maurus Jacobs
Kommt aus:Geboren in Kalifornien, aufgewachsen bei Hamburg, jetzt in Leipzig
Politische Position:Hat großes Interesse, komplexe Debatten in ihrer Vielfalt, aber übersichtlich darzustellen
Arbeitet für/als:Arbeitet für eine Hamburger Medienagentur
Was Sie noch wissen sollten:Maurus hat in Hamburg für die Bergedorfer Zeitung und Die Welt geschrieben. Er studiert am Deutschen Literaturinstitut.
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