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Warum das Fusion-Festival bisher ohne Polizei ausgekommen ist
Warum das Fusion-Festival bisher ohne Polizei ausgekommen ist
( Link zum Originalbild | Urheber: Aranxa Esteve | Unsplash | CC0 Public Domain )

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Guten Morgen,

seit knapp zwei Wochen wird über die Zukunft des Fusion-Festivals, das jedes Jahr in Lärz stattfindet, heftig gestritten. Der Polizeipräsident von Neubrandenburg fordert, dass es eine Polizeiwache auf dem Festival gibt und dass Beamte das Gelände bestreifen sollen – die Veranstalter des alternativen Kulturfestivals sind davon gar nicht begeistert. Sie wollen, dass das Fusion ein „geschützter Raum ist, wo es keine permanente Polizeikontrolle gibt.“ Das zuständige Amt fordert nun, dass die Veranstalter bis morgen ein neues Sicherheitskonzept vorlegen – ansonsten könnte das Festival nicht stattfinden.

Der Journalist Markus Reuterist ebenfalls gegen mehr Polizeipräsenz auf dem Festival. In einem Beitrag für NETZPOLITIK erklärt er, wie das Fusion bisher auch ohne Polizei ausgekommen ist und es trotzdem über zwanzig Jahre lang trotz enormem Zuwachs ohne große Zwischenfälle fortbestehen konnte.

10.000 Menschen organisieren das Fusion-Festival

Reuter bezeichnet das Fusion als ein „Modellprojekt für einen alternativen Sicherheitsansatz bei Großveranstaltungen.“ Die Veranstalter hätten immer eine funktionierende Sicherheitsstruktur gehabt und die Besucher*innen seien besonders friedlich und achtsam. Am wichtigsten sei jedoch, dass mehr als 10.000 Menschen an der Gestaltung des Festivals mitwirken würden – im Gegensatz zu anderen Veranstaltungen, wo kommerzielle Dienstleister sich um den Ablauf kümmern.

Mehr Polizei könnte zu mehr Konflikten führen

Deshalb habe die Polizei auf dem Festival nicht viel zu tun: Bei über 70.000 Besucher*innen seien 2018 nur 236 Beamte eingesetzt worden, die bei Notfällen eingreifen und vor allem Verkehrskontrollen durchführen konnten. Die Zahl der Gewalttaten seien stets im einstelligen Bereich geblieben. Mehr Polizei sei schlichtweg nicht nötig, meint Reuter – im Gegenteil. Da eher linke Gruppen und Netzwerke auf dem Festival präsent seien, könne eine Polizeiwache und Bestreifungen eher zu mehr Konflikten führen.

„Die Veranstalter des Fusion-Festivals sind überzeugt, dass sie die angesprochenen Sicherheitsbedenken ausräumen können. Sie verweisen zudem auf eine positive Bilanz der letztes 20 Jahre, bei der nie jemand zu Schaden gekommen sei. Knackpunkt sei vielmehr die Forderung nach einer Polizeiwache mitten auf dem Gelände und die verdachtsunabhängige Bestreifung durch Polizisten. Diese Maßnahme wirke sich massiv und negativ auf die Selbstgestaltungsfreiheit des Festivals, also die Freiheit der Kunst aus.“

 

Hier entlang zum Originalbeitrag

 

Jeden Montag- bis Freitagmorgen um 7 Uhr erscheint an dieser Stelle der Perspektivwechsel am Morgen. Hier finden Sie täglich einen Artikel, der zu einem aktuellen Tagesthema eine alternative Sichtweise bietet. In unserem Archiv finden Sie darüber hinaus Debattenübersichten zu den wichtigen politischen Themen unserer Zeit.

Wer steckt dahinter?

Stephanie Berens
Kommt aus:Deutschland
Politische Position:Versteht sich als Feministin und interessiert sich für Gender und Queer Studies.
Arbeitet für/als:Studiert Amerikanistik im Master an der LMU München und ist Redakteurin bei The Buzzard.
Was Sie noch wissen sollten:Schreibt für das Münchner Studentenmagazin „unikat“ und hat bei The Buzzard sowie bei der Sedona Red Rock News in den USA Praktika absolviert.
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