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Was die Vorwürfe gegen Seenotretter über die italienische Politik aussagen
Was die Vorwürfe gegen Seenotretter über die italienische Politik aussagen
( Link zum Originalbild | Urheber: Till Westermayer | Flickr | CC BY-SA 2.0 )

Wie viele es wirklich genau sind, können wir nicht wissen. Pro Asyl schätzte 2017, dass sechs von 100 Flüchtlingen, die den Weg übers Mittelmeer im Boot antreten, sterben. Doch die Rettungsaktionen auf dem Mittelmeer sind in Europa umstritten. In Italien droht zehn Personen, die beider Hilfsorganisation „Jugend rettet“ gearbeitet haben, Haft wegen „Beihilfe zur illegalen Einwanderung“. Die Gruppe soll sich mit Schleppern abgesprochen haben – laut den Beschuldigten absurde Vorwürfe. Währenddessen werfen rechte Denker den Seenotrettern vor, ihre Arbeit führe erst dazu, dass viele Menschen sich hoffnungsvoll auf den Weg machten. Sie förderten damit das Geschäft der Schlepper.

Aus politischen und technischen Gründen sind aktuell immer weniger Boote im Mittelmeer unterwegs, um in Seenot geratene zu retten. Vergangene Woche haben die italienische Marine und ein Schiff einer privaten Organisation insgesamt knapp 70 Menschen aus dem Mittelmeer gerettet. Doch am Donnerstag drohte der rechte italienische Innenminister Matteo Salvini, sie nicht in das italienische Hoheitsgebiet zu lassen. Schließlich nahm Italien die Migranten auf, drohte aber, eines der Boote in Beschlag zu nehmen. Auch hier lautet der Vorwurf: Beihilfe zur illegalen Einwanderung.

Christian Jakob und Michael Braun erzählen in der TAZ nach, wie es dazu gekommen ist, dass einige der Seenotretter der Gruppe „Iuventa10“ schlimmstenfalls ins Gefängnis müssen. Das ist nicht nur lesenswert, weil es so absurd erscheint, dass freiwillige Lebensretter bestraft werden. Sondern auch, weil die Erklärung einiges über die aktuelle italienische Politik aussagt. Denn die Vorwürfe gegen die Seenotretter haben auch viel mit politischer Macht und Intrigen zu tun.

Wir konnten gar nicht fassen, dass man so ein Bild davon haben kann. Wir haben das durch den Kakao gezogen.“ Wenn ein Tag besonders lang war, seien auf der Brücke Sätze gefallen wie: „Da wird sich unser Bankkonto freuen, nach den 15 Booten heute.“ Schwarzer Humor, sagt Schmidt.

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Jeden Montag- bis Freitagmorgen um 7 Uhr erscheint an dieser Stelle der Perspektivwechsel am Morgen. Hier finden Sie täglich einen Artikel, der zu einem aktuellen Tagesthema eine alternative Sichtweise bietet. In unserem Archiv finden Sie darüber hinaus unsere Debattenübersichten zu den wichtigsten politischen Themen unserer Zeit.

Wer steckt dahinter?

Alisa Sonntag
Kommt aus:Ursprünglich aus dem Raum Chemnitz, aktuell in Leipzig.
Politische Position:Arbeitet bei THE BUZZARD, weil sie möglichst viele Menschen ermutigen möchte, die eigene Filterblase ab und an mal zu verlassen.
Arbeitet für/als:Studiert in Halle an der Saale "Multimedia und Autorschaft" und "International Area Studies" im Master. Arbeitet außer für THE BUZZARD unter anderem für den MDR.
Was Sie noch wissen sollten:Hat ihr Bachelorstudium in Politik- und Kommunikationswissenschaften abgeschlossen.
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