Zurück zu allen Tagesempfehlungen
Kritik an „Mitte-Studie“: Was sagen die Macher?
Kritik an „Mitte-Studie“: Was sagen die Macher?
( Link zum Originalbild | Urheber: Gerd Altmann | Pixabay | Pixabay-Lizenz )

Der tägliche Blick über den Tellerrand mit The Buzzard.

Guten Morgen,

angesichts der zahlreichen Wahlen in diesem Jahr fragen sich viele: Wie empfänglich ist die deutsche Bevölkerung für rechtsextreme und populistische Haltungen? Auch wenn laut einer Erhebung fraglich ist, ob tatsächlich das Thema Migration ausschlaggebend für die Europawahl sein wird, schauen einige mit Sorge darauf, welche Folgen ein Rechtsruck potenziell für Europa hätte.

Als ein Indikator für antidemokratische und rechtsextreme Einstellungen in der deutschen Gesellschaft gilt die alle zwei Jahre durchgeführte „Mitte-Studie“ der SPD-nahen Friedrich-Ebert-Stiftung (FES). Derzeit sind dafür Forschende vom Institut für interdisziplinäre Konflikt- und Gewaltforschung der Universität Bielefeld zuständig.

Die Ende April vorgestellte, aktuelle Erhebung wurde jedoch zum Teil sehr heftig kritisiert: Alarmismus und einseitige Interpretation der Ergebnisse lauteten die häufigsten Vorwürfe an die Macher der Studie (die unreflektierte Wiedergabe der Studienergebnisse durch die Medien wurde hingegen kaum moniert). Sogar der frühere SPD-Vorsitzende Sigmar Gabriel äußerte sich und kritisierte die FES-Studie als unwissenschaftlich.

Um die wissenschaftliche Methodik hinter der Studie – und die Kritik daran – besser zu verstehen, empfehlen wir ein Interview, das der MEDIENDIENST INTEGRATION mit der Sozialpsychologin Beate Küpper geführt hat. Die Mitautorin der Studie wehrt sich gegen die Vorwürfe: Man schließe nie von einer Einzelaussage auf rechte Einstellungsmuster, sondern interpretiere die Antworten immer im Zusammenhang. Sie räumt aber auch ein: Es sei ein Fehler gewesen, die Ablehnung gegenüber Asylsuchenden nicht mit mehr Fragen zu erfassen.

Küpper verteidigt hingegen vor allem die Interpretation, dass sich der Rechtspopulismus in der deutschen Gesellschaft verfestigt und normalisiert habe:

„Auch ein Teil derer, die sich vorher klar demokratisch geäußert haben, sind jetzt unsicher geworden. Sie fragen sich, ob rechtspopulistische Aussagen nicht doch ihre Berechtigung haben. […] Junge Menschen sind häufiger bereit, rechtspopulistischen und klar antidemokratischen Haltungen zuzustimmen.

 

Hier entlang zum Originalbeitrag.

 

Jeden Montag- bis Freitagmorgen um 7 Uhr erscheint an dieser Stelle der Perspektivwechsel am Morgen. Hier finden Sie täglich einen Artikel, der zu einem aktuellen Tagesthema eine alternative Sichtweise bietet. In unserem Archiv finden Sie darüber hinaus Debattenübersichten zu den wichtigen politischen Themen unserer Zeit. 

Wer steckt dahinter?

Frank Kaltofen
Kommt aus:Immer Thüringer gewesen, jetzt in Leipzig
Arbeitet für/als:Redakteur in verschiedenen Kontexten
Was Sie noch wissen sollten:Studierter Politikwissenschaftler und jetzt Schreiberling. Interessiert an Menschen und ihren Geschichten. Schreibt seit 2007, am liebsten über Kulturelles & Zeitgeschichtliches.
Lies The Buzzard ab sofort in deinem E-Mail Postfach. Nein danke

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.