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Pressefreiheit als Bundesliga-Tabelle
Pressefreiheit als Bundesliga-Tabelle
( Link zum Originalbild | Urheber: Stefanie Eisenschenk | Flickr | CC BY 2.0 )

Der tägliche Blick über den Tellerrand mit The Buzzard.

Guten Morgen,

am Freitag haben Medien und Politiker weltweit den Internationalen Tag der Pressefreiheit begangen und daran erinnert, wie wichtig unabhängiger Journalismus ist. Der Verein Reporter ohne Grenzen (ROG) nimmt den Tag jährlich als Anlass, kurz vorher ein Länder-Ranking zu veröffentlichen: Wo können Journalisten weiterhin kritisch berichten, wo hat die Pressefreiheit abgenommen?

Viele Medien greifen die Ergebnisse in der Ranking-Form auf – das findet Journalistin Lea Fauth bedenklich. In einem Kommentar für die Medienplattform ÜBERMEDIEN schreibt sie: Die Rangliste mache die Lage zwar plakativ, gehe jedoch nicht genug in die Tiefe.

Fauth sieht zwei Probleme:

  • Das Ranking verhindere erstens, die Situation insgesamt zu bewerten. Dass Deutschland in der Tabelle auf Rang 13 geklettert ist, liegt daran, dass Österreich und Island gefallen sind – und nicht, weil die Presse in Deutschland freier geworden ist. Denn das Gegenteil ist der Fall: Laut ROG hat sich auch die Situation für deutsche Journalisten verschärft – nur in Österreich und Island noch stärker. Dieser Hinweis werde von ROG gegeben, in der Berichterstattung aber vielfach unterschlagen, beobachtet Fauth.
  • Zweitens: Das Ranking mache Pressefreiheit zu einem relativen Zahlenwert. Denn was genau bedeute es, wenn Deutschland auf Platz 13 von 180 landet? Mit einer Platzierung böten die laut Fauth wertvollen ROG-Berichte den Regierungen die Möglichkeit, auf noch schlechter abschneidende Länder zu verweisen und sich so ihrer Verantwortung für die Pressefreiheit im eigenen Land zu entziehen.

„Das Gute und Schlechte daran ist, dass man über sie berichten kann wie über die Tabelle der Fußball-Bundesliga: Wer liegt vorn, wer hat seine Position verteidigt, wer ist Absteiger des Jahres? Die Präsentation als Ranking macht den Medien die Berichterstattung leicht, aber sie erschwert eine tiefgründigere Auseinandersetzung.“

 

Hier entlang zum Originalbeitrag

 

Jeden Montag- bis Freitagmorgen um 7 Uhr erscheint an dieser Stelle der Perspektivwechsel am Morgen. Hier finden Sie täglich einen Artikel, der zu einem aktuellen Tagesthema eine alternative Sichtweise bietet. In unserem Archiv finden Sie darüber hinaus unsere Debattenübersichten zu den wichtigsten politischen Themen unserer Zeit.

Wer steckt dahinter?

Joshua Müller
Kommt aus:Gladenbach in Hessen
Politische Position:Aktives Mitglied der Zuhörer, denn jede Stimme ist wahr- und ernst zu nehmen
Arbeitet für/als:Studiert Medienkommunikation an der Ostfalia Hochschule in Salzgitter und hat bereits für Lokalzeitungen wie auch für das Newsportal Campus38 geschrieben
Was Sie noch wissen sollten:Joshua nerven Populismus, Intoleranz und ständige Scherze über seinen Lieblingsverein Schalke 04
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