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Let’s Talk About Sex – mit Robotern
Let’s Talk About Sex – mit Robotern
( Link zum Originalbild | Urheber: Johann Bret Bautista | Pixabay | CC0 Public Domain )

Der tägliche Blick über den Tellerrand mit The Buzzard.

Guten Morgen,

klingt nach ferner Zukunftsmusik, ist aber schon Realität: Sex mit Robotern. In einem Beitrag für FLUTER schreibt der Journalist Yves Bellinghausen, dass es mittlerweile fünf Unternehmen weltweit gebe, die mit künstlicher Intelligenz ausgestattete Sexroboter verkaufen. Meistens seien das weiblich aussehende Roboter – eine amerikanische Firma habe jedoch neulich begonnen, auch männliche Sexroboter herzustellen. Kunden könnten sich Gesicht, Körperform, Hautfarbe und sogar bestimmte Charaktereigenschaften individuell aussuchen.

Die Sexindustrie prophezeit, dass Sexroboter in den nächsten Jahren ein immer größeres Thema werden. Deswegen müssten wir uns dringend über die Ethik von Sexrobotern unterhalten, schreibt Bellinghausen.

Sexroboter hätten durchaus Vorteile: Menschen, die Schwierigkeiten hätten, einen Sexualpartner zu finden, zum Beispiel aufgrund hohen Alters oder einer Behinderung, könnten von Robotern profitieren – vor allem dann, wenn diese zukünftig so programmiert werden, dass sie nicht nur sexuelle Bedürfnisse befriedigen, sondern auch Intimität herstellen können.

Aber es gebe auch eine ganze Reihe Probleme. Die britische Organisation „Campaign Against Sex Robots“ fürchtet, dass in unserer sowieso schon misogynen Gesellschaft Frauen noch mehr zu Sexobjekten degradiert werden, wenn Firmen weiblich aussehende Roboter verkaufen, die „als Sexsklaven oder Ehefrauen benutzt werden können.“ Sexuelle Gewalt sei auch ein großes Thema. Zwar könne man eine Maschine nicht vergewaltigen, aber das Antrainieren von problematischen sexuellen Vorlieben sei durchaus möglich.

Egal, was man persönlich von Sexrobotern hält, eine gesellschaftliche Debatte darüber sei dringend notwendig, betont Bellinghausen:

„Die Sexroboter sind keine abstrakte Erfindung der Zukunft, Leute haben schon heute Sex mit ihnen. Die gesellschaftliche Debatte darüber, was möglich sein soll und was nicht, hat gerade erst begonnen; der deutschen Politik steht sie noch bevor. Allzu viel Zeit sollten wir uns besser nicht lassen. Denn es liegt in der Logik des Marktes, dass Unternehmen alles herstellen werden, was sie verkaufen können – ohne auf die moralischen Dilemmata Einzelner zu achten.“

 

Hier entlang zum Originalbeitrag.

 

Jeden Montag- bis Freitagmorgen um 7 Uhr erscheint an dieser Stelle der Perspektivwechsel am Morgen. Hier finden Sie täglich einen Artikel, der zu einem aktuellen Tagesthema eine alternative Sichtweise bietet. In unserem Archiv finden Sie darüber hinaus Debattenübersichten zu den wichtigen politischen Themen unserer Zeit.

Wer steckt dahinter?

Stephanie Berens
Kommt aus:Deutschland
Politische Position:Versteht sich als Feministin und interessiert sich für Gender und Queer Studies.
Arbeitet für/als:Studiert Amerikanistik im Master an der LMU München und ist Redakteurin bei The Buzzard.
Was Sie noch wissen sollten:Schreibt für das Münchner Studentenmagazin „unikat“ und hat bei The Buzzard sowie bei der Sedona Red Rock News in den USA Praktika absolviert.
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