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Wer ist der Neue auf Japans Kaiserthron?
Wer ist der Neue auf Japans Kaiserthron?
( Link zum Originalbild | Urheber: federica intorcia | flickr | CC BY-SA 2.0 )

Der tägliche Blick über den Tellerrand mit The Buzzard.

Guten Morgen,

der 1. Mai wird in diesem Jahr nicht nur den Beginn eines neuen Monats bedeuten – in Japan ist es der Beginn einer neuen Ära: Der derzeitige japanische Kaiser (offizielle Anrede „Seine Kaiserliche Majestät Kaiser Akihito“) dankt ab und sein Sohn übernimmt das Amt. Akihito, geboten 1933, bestieg den Kaiserthron am 7. Januar 1989, nach dem Tod seines Vaters. Er wird der erste Tennō seit 200 Jahren sein, der das Amt niederlegt. Zuvor hatte das japanische Kabinett im Dezember 2018 ein Gesetz gebilligt, das ihm die Abdankung erlaubt.

Ein Oxford-Student auf dem Chrysanthemen-Thron

Wir empfehlen heute einen Artikel des Ostasien-Historikers Constantine Nomikos Vaporis von der Universität Maryland, der den neuen Kaiser – den derzeitigen Kronprinzen Naruhito – vorstellt. Naruhito und seine Ehefrau Masako seien ein modernes Paar; beide wurden an internationalen Universitäten ausgebildet. Mit dem zukünftigen, 59 Jahre alten Tennō verbinden viele Japaner die Hoffnung auf eine Modernisierung des jahrhundertealten Amtes, schreibt Vaporis bei THE CONVERSATION. Die japanische Monarchie ist die älteste ununterbrochene Erbmonarchie der Welt.

Veränderungen an einem solchen System, das bis ins 7. Jahrhundert zurückreicht, seien nicht leicht, so der Ostasien-Historiker. Doch schon Kaiser Akihito sei es gelungen, dem Amt eigene Impulse zu verleihen – etwa, indem er sich sehr volksnah zeigte und entgegen der Tradition eine Frau aus dem Volk heiratete.

Stichwort Modernisierung: Constantine Nomikos Vaporis wirft auch einen Blick auf die kaiserliche Familie und die Problematik der Thronfolge. Denn die Gesetzesänderung zur Abdankung des derzeitigen Kaisers hätte auch dazu genutzt werden können, weitere Anpassungen vorzunehmen – etwa die rein männliche Thronfolge aufzubrechen, schreibt Vaporis. Eine Mehrheit unter Befragten war der Meinung, die Regierung solle eine Regelung finden, damit auch Frauen für den Kaiserthron in Frage kommen. Doch konservative Kräfte verhinderten das. So wird das einzige Kind Naruhitos, die 2001 geborene Prinzessin Aiko, ihrem Vater nicht auf dem Chrysanthemen-Thron folgen können – jedenfalls nach aktueller Regelung.

„Naruhito seinerseits hat erklärt, er werde daran arbeiten, den kaiserlichen Haushalt an die sich ändernden Zeiten anzupassen.“

 

Hier entlang zum Originalbeitrag.

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Wer steckt dahinter?

Frank Kaltofen
Kommt aus:Immer Thüringer gewesen, jetzt in Leipzig
Arbeitet für/als:Redakteur in verschiedenen Kontexten
Was Sie noch wissen sollten:Studierter Politikwissenschaftler und jetzt Schreiberling. Interessiert an Menschen und ihren Geschichten. Schreibt seit 2007, am liebsten über Kulturelles & Zeitgeschichtliches.
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