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Porno-Block in Großbritannien – die „zweitschlechteste Idee nach dem Brexit“
Porno-Block in Großbritannien – die „zweitschlechteste Idee nach dem Brexit“
( Link zum Originalbild | Urheber: Matthew T Rader | Unsplash | Unsplash Lizenz )

Der tägliche Blick über den Tellerrand mit The Buzzard.

Guten Morgen und frohe Ostern,

lohnt sich zur Feier des Tages und angesichts der heutigen Empfehlung ein doppeldeutiger Wortwitz über Eier? Wahrscheinlich eher nicht. Also gehen wir es nüchtern an: Das britische Parlament hat beschlossen, den Zugang zu Porno-Webseiten strenger zu regulieren. Ab dem 15. Juli müssen Internetnutzer ihre Volljährigkeit bestätigen, bevor sie auf die gewünschte Seite können – das Anklicken einer Testfrage reicht dann nicht mehr aus. Ob Nutzer dafür in den Kiosk um die Ecke müssen, um einen Zugangspass zu kaufen, oder ihr Alter durch den Personalausweis oder die Kreditkarte verifizieren sollen, überlässt die Regierung den Pornographie-Anbietern.

Minderjährigen soll der Zugang zu Pornos erschwert werden – eine vernünftige Idee, sagt GUARDIAN-Kolumnistin Arwa Mahdawi. In Deutschland sehen Jugendliche ihren ersten Porno durchschnittlich bereits mit zwölf Jahren, oft ist der erste Kontakt mit Pornographie ungewollt.

Alles andere als vernünftig sei jedoch die Umsetzung des Gesetzes, schreibt Mahdawi – aus Datenschutzgründen wie auch technisch gesehen. Denn der Block sei leicht zu umgehen: mit VPN oder über das Darknet. Und wenn jemand eine Zugangsbeschränkung austricksen könne, dann erst recht die Generation der Digital Natives.

Gleichzeitig fragt sich die New Yorker Kolumnistin, ob Porno-Anbietern wirklich solch sensible Daten zugetraut werden sollten. Hacker hätten wahrscheinlich ein großes Interesse daran, Namen und erotische Vorlieben aus den Clouds von Mindgeek und Co. zu veröffentlichen. Datenlecks könnten Karrieren beenden und Suizide provozieren, sagt Jim Killock, auf den Mahdawi in ihrem Text verweist. Killock ist Geschäftsführer der Organisation Open Rights Group und ein Wortführer gegen das Gesetz.

Mahdawi kommt zu dem Schluss:

Großbritannien ist in letzter Zeit ein regelrechter Nährboden für dumme Ideen geworden. Während der Brexit das wohl eindrucksvollste Beispiel ist, reiht sich der Plan der Regierung, den weltweit ersten Porno-Block zu implementieren, knapp auf den zweiten Platz ein.“

 

Tiefer eintauchen:

Die Briten und Pornos – eine besondere Beziehung: Im vergangenen Jahr berichteten Medien von zehntausenden Porno-Aufrufen aus dem britischen Parlament, noch unter Premierminister David Cameron entbrannte ein Streit über das Verbot von bestimmten Sexualpraktiken in englischen Pornos.

 

Hier entlang zum Originalbeitrag

 

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Wer steckt dahinter?

Joshua Müller
Kommt aus:Gladenbach in Hessen
Politische Position:Aktives Mitglied der Zuhörer, denn jede Stimme ist wahr- und ernst zu nehmen
Arbeitet für/als:Studiert Medienkommunikation an der Ostfalia Hochschule in Salzgitter und hat bereits für Lokalzeitungen wie auch für das Newsportal Campus38 geschrieben
Was Sie noch wissen sollten:Joshua nerven Populismus, Intoleranz und ständige Scherze über seinen Lieblingsverein Schalke 04
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