Zurück zu allen Tagesempfehlungen
Klimafreundlich? Warum wir Bio-Baumwolle misstrauen sollten
Klimafreundlich? Warum wir Bio-Baumwolle misstrauen sollten
( Link zum Originalbild | Urheber: leoleobobeo | Pixabay | CC0 )

Der tägliche Blick über den Tellerrand mit The Buzzard.

Guten Morgen,

in unserer aktuellen Debatte geht’s um Fridays for Future“. Wir haben uns die Frage gestellt, ob man da mitmachen sollte – also mitdemonstrieren. Einfach jeden Freitag ab auf die Straße für eine bessere Klimapolitik? Für viele sicherlich keine Option. Trotzdem stellt sich die Frage, was wir im Alltag tun können fürs Klima. Und ein vergleichsweise einfaches Mittel schien bisher: Kleidung aus Bio-Baumwolle kaufen.

Nur ist es leider doch nicht so einfach – was unsere heutige Empfehlung zeigt. Sie stammt von Marc Bain und ist bei Quartz“ erschienen, einer New Yorker Journalismus-Plattform mit Schwerpunkt auf Wirtschaftsfragen. Bain legt dar, dass „bio“ oft ein bloßes Marketinginstrument ist. Es solle einen bestimmten Eindruck erwecken, nämlich: „Dieses Produkt ist nachhaltig“.

Doch bei Bio-Baumwolle stimme das nicht. Im Gegenteil, Baumwollpflanzen, die nicht genetisch verändert und also „bio sind, werfen, so Bain, ca. 40 Prozent weniger Baumwolle ab als herkömmliche Baumwollpflanzen. Das heißt: Es braucht mehr Land und mehr Wasser, um mit Bio-Pflanzen die gleiche Menge an Baumwolle zu produzieren. Für ein T-Shirt 660 Liter Wasser statt 290, laut einer Berechnung der NGO Cottin Inc. Gerade in Indien, wo die meiste Bio-Baumwolle herkommt, ist aber Wasserknappheit ein großes Problem. Nicht zu reden von den Umweltschäden, die beim Transport nach Europa entstehen. Bain argumentiert, dass Bio-Baumwolle eine Scheinlösung ist.

Was aber ist dann der richtige Weg? Bains Antwort:

„Das Beste ist, sich an dieses einfache Ethos zu halten: bessere Kleidung kaufen, weniger Kleidung kaufen. Sie länger tragen. Der sicherste Weg, den eigenen Schaden zu verringern, ist es, die Zahl der verbrauchten Kleidungsstücke möglichst niedrig zu halten. Und nur bei wirklichem Bedarf zu waschen – denn auch Wäsche kostet eine Menge Wasser und Energie.“

 

Hier entlang zum Originalbeitrag.

 

Jeden Montag- bis Freitagmorgen um 7 Uhr erscheint an dieser Stelle der Perspektivwechsel am Morgen. Hier finden Sie täglich einen Artikel, der zu einem aktuellen Tagesthema eine alternative Sichtweise bietet. In unserem Archiv finden Sie darüber hinaus Debattenübersichten zu den wichtigen politischen Themen unserer Zeit.

Wer steckt dahinter?

Maurus Jacobs
Kommt aus:Geboren in Kalifornien, aufgewachsen bei Hamburg, jetzt in Leipzig
Politische Position:Hat großes Interesse, komplexe Debatten in ihrer Vielfalt, aber übersichtlich darzustellen
Arbeitet für/als:Arbeitet für eine Hamburger Medienagentur
Was Sie noch wissen sollten:Maurus hat in Hamburg für die Bergedorfer Zeitung und Die Welt geschrieben. Er studiert am Deutschen Literaturinstitut.
Lies The Buzzard ab sofort in deinem E-Mail Postfach. Nein danke

Ein Gedanke zu “Klimafreundlich? Warum wir Bio-Baumwolle misstrauen sollten

  1. Ok, Bio-Baumwolle verbraucht vielleicht mehr Wasser und Energie, aber was ist mit den Unmengen an Dünger und „Pflanzenschutzmittel“, die im konventionellen Anbau auf die Felder gebracht werden und das Grundwasser belasten. Soll das besser sein?

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.