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So fühlt es sich an, sich für oder gegen sein behindertes Kind entscheiden zu müssen
So fühlt es sich an, sich für oder gegen sein behindertes Kind entscheiden zu müssen
( Link zum Originalbild | Urheber: yulia84 | Pixabay | Pixabay Lizenz )

Sollten Schwangere von den Krankenkassen Bluttests bezahlt bekommen, die schon vor der Geburt zeigen, ob ihr Kind behindert ist? Darüber hat der Bundestag gestern diskutiert. Besagte Bluttests sind schon auf dem Markt und werden bereits angewandt – bisher werden sie jedoch von den Krankenkassen nicht bezahlt. Die Krankenkassen haben andere Tests, wie beispielsweise Fruchtwassertests, in ihren Leistungskatalog aufgenommen. Diese sind jedoch risikoreicher als Bluttests, weil der Embryo dabei verletzt werden kann.

Bis zur zwölften Woche kann eine Frau in Deutschland nach einer verpflichtenden Beratung straffrei abtreiben. Wie viele Frauen nach einer solchen Blut- oder Fruchtwasseruntersuchung abtreiben, weil ihr Kind nach ärztlicher Diagnose eine Trisomie haben soll, ist nicht klar. Häufig heißt es, neun von zehn Trisomie-Kindern werden nach einem solchen Test abgetrieben. Laut dem Statistischen Bundesamt kann das aber so nicht korrekt sein, denn „Das Kind ist behindert“ kommt in dessen Statistik gar nicht vor. In Dänemark, wo der Test bereits seit 2005 erlaubt ist, hat sich die Zahl der Kinder, die mit Down-Syndrom geboren werden, seitdem halbiert.

Ein Kampf mit den eigenen Gefühlen – und der Bürokratie

Wir empfehlen heute einen Text, der zeigt, wie schwer es für Eltern sein kann, zu entscheiden, was mit ihrem ungeborenen Kind passieren soll, wenn es eine Trisomie hat. Der Artikel zeigt auch: Es gibt nicht nur Trisomie 21, das sogenannte Down-Syndrom. Das Kind in Lisas Bauch hat wahrscheinlich Trisomie 18 oder Trisomie 13. Seine Überlebenschance ist gering. Nach einer langen Odyssee mit vielen Ärzten und sogar einem buddhistischen Mönch zimmert Björn, Lisas Freund, als Sarg ein kleines Wikingerboot aus Lärchenholz für seinen toten Sohn. Ihre Geschichte hat Lisas und Björns Freundin Anke Lübbert für die ZEIT aufgeschrieben.

„‚Ich kann nicht viel für meinen Sohn tun‘, sagt Björn, ‚aber einen Sarg kann ich bauen.‘ Zusammen mit einer Freundin, die Bootsbauerin ist, zimmert er aus Lärchenholz ein kleines Wikingerboot mit durchgehendem Kiel und Planken. Und einem Deckel. Später, in der Kapelle, in der sie mit Freunden und Verwandten Abschied nehmen, wird das Boot neben Blumensträußen und Kerzen stehen, auf blauen Tüchern voller Blüten“

Hier entlang zum Originalartikel

Mit Trisomie 18 oder 13 sind die meisten Kinder nicht lebensfähig. Mit Trisomie 21, dem sogenannten Down-Syndrom, schon. Viele Menschen mit Down-Syndrom können, wenn sie erwachsen sind, selbstständig leben, manche sogar arbeiten. Der FLUTER zeigt in seinem kurzen Reportageclip einen Blick in das Leben von Lilian. Die 29-Jährige hat einen Job, studiert Französisch und will Künstlerin werden. Ständig höre sie, dass sie etwas nicht könne, weil sie behindert sei, sagt sie. Sie widerspricht. „Nein, ich habe das ganz anders gefühlt: Ich kann das!“, sagt sie.

Wer steckt dahinter?

Alisa Sonntag
Kommt aus:Ursprünglich aus dem Raum Chemnitz, aktuell in Leipzig.
Politische Position:Arbeitet bei THE BUZZARD, weil sie möglichst viele Menschen ermutigen möchte, die eigene Filterblase ab und an mal zu verlassen.
Arbeitet für/als:Studiert in Halle an der Saale "Multimedia und Autorschaft" und "International Area Studies" im Master. Arbeitet außer für THE BUZZARD unter anderem für den MDR.
Was Sie noch wissen sollten:Hat ihr Bachelorstudium in Politik- und Kommunikationswissenschaften abgeschlossen.
Lies The Buzzard ab sofort in deinem E-Mail Postfach. Nein danke

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