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Politiker verbrennen unsere Zukunft, wir müssen uns wehren
Politiker verbrennen unsere Zukunft, wir müssen uns wehren
( Link zum Originalbild | Urheber: Dikaseva | Unsplash | Unsplash License )

Das Argument in Kürze

Die meisten Menschen würden sich freuen, wenn sie von Angela Merkel gelobt werden.
Greta Thunberg und Luisa Neubauer freuen sich darüber nicht. In einem Gastbeitrag in der FRANKFURTER ALLGEMEINEN ZEITUNG schreiben die Klimaschutz-Aktivistinnen: „Wir wollen eure Hoffnung nicht. Wir wollen, dass ihr euch uns anschließt.“ Statt zu loben, sollten Erwachsene mitdemonstrieren und Politik machen, die dafür sorgt, dass die Ziele aus dem Pariser Klimaabkommen eingehalten werden, fordern sie.

 

 

Wir haben keine Zeit mehr

Anzeichen gibt es genug – Wälder brennen in Schweden und in den USA, Überschwemmungen und Dürren suchen Deutschland und Australien heim, Felswände in den Alpen brechen ein. Der Klimawandel ist längt Realität, schreiben Thunberg, Neubauer und sechs Mitstreiterinnen der Fridays-for-Future-Bewegung in einem Appell in der FAZ.
Und wenn sich jetzt in sehr kurzer Zeit nicht sehr viel ändert, dann steuert die Welt auf extreme Gefahren zu, betonen die Aktivistinnen. Sie berufen sich auf den Sonderberichts des Weltklimarats IPCC von vergangenem Jahr, der zeigt: Wir können nicht länger warten. Wenn wir die Ziele aus dem Pariser Klimaabkommen erreichen wollen, dann müssen die Emissionen radikal sinken. Und zwar sofort.

 

Politiker verbrennen unsere Zukunft

In drastischen Worten malen Thunberg und Neubauer ein düsteres Bild von der Zukunft: „Flüsse würden über die Ufer treten, Stürme würden an den Küsten schlimme Schäden anrichten, Korallenriffe gäbe es nicht mehr. Durch schmelzende Polarkappen würden die Meeresspiegel dramatisch steigen und Küstenregionen überschwemmen. Manche Orte auf der Erde werden unbewohnbar sein.“
Politiker in den USA und Europa wissen das, aber sie unternehmen nichts, zumindest nicht genug, klagen Thunberg und ihre Mitstreiterinnen. Das Fracking höre nicht auf, Kohlekraft werde weiter gefördert, Wälder weiter abgeholzt.
Aus Sicht der Aktivistinnen ein Skandal. „Politiker verbrennen unsere Zukunft“, schreiben sie. Denn eines ist klar: Es sind nicht die Politiker, die mit den Folgen der Versäumnisse der Gegenwart leben müssen. Sondern die Schülerinnen und Schüler, die jetzt auf den Straßen stehen und protestieren.

 

Schließt euch der Bewegung an

Der Appell von Thunberg, Neubauer und Co. ist lesenswert, denn er zeigt, wie gut die Aktivistinnen darin sind, die Dringlichkeit ihres Anliegens zu kommunizieren. In ihrer Darstellung gibt es keine Alternative, als sich der Fridays-for-Future-Bewegung anzuschließen: Es geht um die Gesundheit der Kinder, um globale Gerechtigkeit, es geht ums nackte Überleben. Es geht um alles. Kein Wunder also, dass die meisten Politikerinnen und Politiker es vorziehen, diese Bewegung zu loben, anstatt Kritik zu üben. Und umso überzeugender, dass Thunberg, Neubauer und Co. die Scheinheiligkeit dieses Lobs entlarven:

Andere Erwachsene sagen: „Wir sind es den Jugendlichen schuldig, ihnen Hoffnung zu geben.“ Aber wir wollen eure Hoffnung nicht. Wir wollen nicht, dass ihr Hoffnung habt. Wir wollen, dass ihr in Panik geratet, und wir wollen, dass ihr etwas unternehmt. Wir wollen, dass ihr euch uns anschließt.

 

Weitere Lesetipps

  • Oft wurde Fridays for Future dafür kritisiert, dass ihre Forderungen zu unkonkret seien, um einen Wandel herbeizuführen. Seit dem 8. April hat der deutsche Ableger der Protestbewegung nun eine Reihe an Maßnahmen vorgeschlagen, mit denen sich die Aktivistinnen und Aktivisten an die Politik wenden. Die aktuellen Forderungen finden sich auf der Seite der deutschen Friday-for-Future-Bewegung hier.

 

Der Beitrag wird empfohlen von: Dario Nassal.

Wer steckt dahinter?

Greta Thunberg
Kommt aus:Stockholm, Schweden
Politische Position:Thunberg möchte als Aktivistin erreichen, dass Regierungen ihre Bemühungen im Kampf gegen den Klimawandel intensivieren. Sie attestiert den Politikern weltweit Politikversagen, da die Ziele aus den internationalen Klimakonferenzen nicht eingehalten und konsequent angegangen werden. In den Medien kündigte sie an, so lange zu demonstrieren, bis Schwedens Regierung ihr Ziel, die Treibhausgasemissionen um 15 Prozent pro Jahr zu senken, einhält. Aus ihrer Sicht ist der Kampf gegen den Klimawandel auch ein Kampf gegen globale Ungerechtigkeit. Sie setzt sich gegen Artensterben, für konsequentere Klimapolitik und globale Verteilungsgerechtigkeit ein.
Arbeitet für/als:Thunberg (geb. am 3. Januar 2003) besucht im Schuljahr 2018/2019 die 9. Klasse und ist mittlerweile weltweit bekannt als Klimaschutz-Aktivistin. Seit dem 20. August 2018 demonstriert Thunberg jeden Freitag für konsequentere Klimapolitik. Mittlerweile ist ihr Schulstreik zur globalen Bewegung Fridays for Future gewachsen. Thunberg ist das internationale Gesicht der Bewegung. Als Aktivistin möchte sie erreichen, dass Regierungen ihre Verpflichtungen aus dem Pariser Klimaabkommen einhalten.
Was Sie noch wissen sollten:Thunberg wurde vom amerikanischen TIME-Magazin als eine der 25 einflussreichsten Teenager des Jahres 2018 ausgezeichnet. Im März 2019 wurde sie im Sonderbereich Klimaschutz mit der Medienauszeichnung Goldene Kamera ausgezeichnet. Thunberg ernährt sich vegan und lehnt Flugreisen strikt ab. Selbst entfernte Ziele bereist sie mit Elektro-Auto oder Zug. 2018 zog sie ihre Teilnahme als Finalistin beim Kinder- und Jugendklimapreis des Unternehmens Telge Energi zurück, weil die Finalisten und Begleiter aufgefordert worden waren mit dem Flugzeug nach Stockholm zu fliegen.
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