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Die Botschaft ist angekommen, lasst die Profis ran
Die Botschaft ist angekommen, lasst die Profis ran
( Link zum Originalbild | Urheber: Heinrich-Böll-Stiftung | Flickr | CC BY-SA 2.0 )

Das Argument in Kürze

Dass Jugendliche für mehr Klimaschutz kämpfen, ist berechtigt, sagt Christian Lindner in einem Gastbeitrag für ZEIT ONLINE. Der FDP-Bundesvorsitzende hält weitere Fridays-for-Future-Proteste trotzdem für falsch und unnötig: Erstens verletzten die Demonstrationen die Schulpflicht, zweitens fehle den Aktivisten die nötige Expertise und drittens lägen ihre Forderungen inhaltlich daneben.

 

Klimatag statt Klimademos

Dass Schüler während der Schulzeit für eine schärfere Klimapolitik der Bundesregierung demonstrieren, mache die Proteste nicht wertvoller, sagt Lindner. Viel eher sollten Schüler im Unterricht aufpassen und sich über Naturwissenschaften, Technik und Wirtschaft informieren. Für die Zukunft schlägt Lindner einen Klimatag pro Schuljahr vor.

Denn die Aufmerksamkeit für Klimaschutz ist aus seiner Sicht erreicht, jetzt solle an Profis vom Fach übergeben werden – mit Profis meint der FDP-Chef Ingenieure, Ökonomen und Klimaforscher. Durch Kulturkämpfe wie ums Auto oder Kohlekraftwerke werde die Arbeit der Profis nur untergraben und von vornherein unmöglich gemacht. Dabei sei der Klimaschutz ein hochkomplexes Thema. Darum fordert Lindner: Wir müssen auf Verstand statt Emotionen setzen.

 

Verbote bedrohen unsere Wirtschaft

Der wirtschaftsliberale FDP-Politiker kritisiert außerdem die Forderungen der Fridays-for-Future-Bewegung, zum Beispiel einen Kohleausstieg bis 2030: Deutschland dürfe nicht zur Verbotsgesellschaft werden, denn sonst würde unsere Wirtschaft bedroht. Im Wortlaut:

„Wir müssen nach Methoden suchen, die uns nicht in eine Verzichts- und Verbotsgesellschaft katapultieren. Wer Klimaschutz durch Deindustrialisierung erreichen will, zerstört unsere wirtschaftlichen Grundlagen, ohne dabei das Klima zu retten. Wenn wir den Menschen allein Askese predigen, werden uns Länder wie China oder Indien nicht folgen.“

 

Weitere Lesetipps

  • Ähnliche Sorgen wie Lindner offenbart Michael Hüther, Direktor des Instituts der Deutschen Wirtschaft: Im FOCUS-Streitgespräch mit Aktivistin Luisa Neubauer warnt Hüther vor einer vorschnellen Abkehr von Kohle und fordert die Demonstranten stattdessen auf, sich in der Politik zu engagieren.

 

Dieser Beitrag wird empfohlen von: Joshua Müller.

Wer steckt dahinter?

Christian Lindner
Kommt aus:Wuppertal, Nordrhein-Westfalen
Politische Position:wirtschaftsliberal
Arbeitet für/als:Bundesvorsitzender und Fraktionschef der FDP im Bundestag
Was Sie noch wissen sollten:Lindner gründete noch während der Schulzeit sein erstes Beratungs-Unternehmen und trat den Jungen Liberalen bei. In einem Interview von 1997 bezeichnet er das letzte Schuljahr als vergeudet, weil er die Zeit lieber fürs Arbeiten genutzt hätte.
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