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Was Desinformation für die größte Parlamentswahl der Welt bedeutet
Was Desinformation für die größte Parlamentswahl der Welt bedeutet
( Link zum Originalbild | Urheber: Fancycrave.com | Pexels | Pexels Lizenz )

Der tägliche Blick über den Tellerrand mit The Buzzard

Guten Morgen,

es ist eine Wahl der Superlative: In Indien, das ja zuletzt durch den Abschuss eines Satelliten in den Schlagzeilen war, sind vom 11. April ab rund 900 Millionen Wahlberechtigte aufgerufen, bis zum 19. Mai ihre Stimme für ein neues Parlament abzugeben. Nicht nur die Anzahl der Wähler ist außergewöhnlich, sondern auch die enormen Summen (umgerechnet insgesamt rund sieben Milliarden US-Dollar), die in den Kampagnen der Parteienumgesetzt werden. Die Ergebnisse der Wahl sollen am 23. Mai verkündet werden.

Einige Beobachter schauen derweil mit Sorge auf die scharfen Gegensätze verschiedener Bevölkerungsgruppen und Konfessionen, die sich während der Wahlen zeigen könnten. Bewusst gestreute Falschinformationen können dabei eine wesentliche Rolle spielen. Wohl auch in Vorbereitung auf die Parlamentswahlen hatte Facebook Anfang April eine große Zahl von Fake-Accounts mit Millionen indischen Followern entfernt.

Wir empfehlen dazu heute einen Artikel bei THE HINDU, einer der größten englischsprachigen Tageszeitungen Indiens. Rasmus Kleis Nielsen, Forschungsdirektor am Reuters Institute for Study of Journalism an der Universität Oxford, erläutert in einem Gastbeitrag, dass viele Menschen in Indien besorgt sind über Desinformation im Internet, aber auch in anderen Medien. Er bezieht sich auf eine Studie seines Instituts zur Mediennutzung englischsprachiger indischer Internet-User.

Die Ergebnisse zeigten, so der Medienwissenschaftler, dass ein Großteil der Befragten Falschinformationen im Internet als ernstes Problem sehen. Aber auch einige Medienunternehmen und bestimmte Politiker würden als Teil dieses Problems angesehen: Das Phänomen von „bezahlten“ Nachrichten betreffe in Indien nicht bloß einzelne Journalisten, die sich in ihrer Berichterstattung beeinflussen lassen, sondern sei (online sowie offline) eine hochentwickelte, weitreichende Maschinerie. Die befragten Nutzer beklagten auch bewusste, koordinierte Versuche von Parteien und Aktivisten, falsche Informationen zu verbreiten.

„Da rund eine viertel Milliarde Inder seit der letzten Wahl Zugang zum Internet bekommen haben, sind Unternehmen wie Facebook, Google und Twitter zentraler Bestandteil der indischen Medienlandschaft geworden – inklusive der damit zusammenhängenden Probleme von Desinformation.“

 

Hier entlang zum Originalbeitrag.

 

Jeden Montag- bis Freitagmorgen um 7 Uhr erscheint an dieser Stelle der Perspektivwechsel am Morgen. Hier finden Sie täglich einen Artikel, der zu einem aktuellen Tagesthema eine alternative Sichtweise bietet. In unserem Archiv finden Sie darüber hinaus unsere Debattenübersichten zu den wichtigsten politischen Themen unserer Zeit.

Wer steckt dahinter?

Frank Kaltofen
Kommt aus:Immer Thüringer gewesen, jetzt in Leipzig
Arbeitet für/als:Redakteur in verschiedenen Kontexten
Was Sie noch wissen sollten:Studierter Politikwissenschaftler und jetzt Schreiberling. Interessiert an Menschen und ihren Geschichten. Schreibt seit 2007, am liebsten über Kulturelles & Zeitgeschichtliches.
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