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Warum die Pressefreiheit in Spanien ernsthaft in Gefahr ist
Warum die Pressefreiheit in Spanien ernsthaft in Gefahr ist
( Link zum Originalbild | Urheber: Stephanie Chapman | Flickr | CC BY 2.0 )

Der tägliche Blick über den Tellerrand mit The Buzzard.

Guten Morgen,

der Countdown in Spanien läuft: Am 28. April wählen die Bürger ein neues Parlament, nachdem Ministerpräsident Pedro Sánchez Mitte Februar Neuwahlen ausgerufen hat. Der Wahlkampf besitzt seit vergangener Woche seinen ersten Skandal: Die Ex-Regierung unter Präsident Mariano Rajoy soll Steuergelder für Schmutzkampagnen ausgegeben haben, um die Opposition zu denunzieren.

Den eigentlichen Skandal kriegen wir Deutschen allerdings gar nicht mit, meint Journalist Ralf Streck. Es geht um die Meinungsfreiheit in seiner Wahlheimat Spanien: In seinem Artikel für das Online-Magazin TELEPOLIS wirft er der spanischen Regierung Zensur vor. Streck berichtet, dass dem öffentlich-rechtlichen Rundfunk in Katalonien vor der Wahl ein „Maulkorb“ auferlegt worden ist. Moderatoren des Fernsehsenders TV3 sowie des Radiosenders Catalunya Rádio dürften die Phrasen „Exil“ und „politische Gefangene“ nicht mehr benutzen.

Als lächerlich tut Streck außerdem die Klage gegen Kataloniens Präsidenten Joaquim Torra ab. Die Wahlkommission hatte die Regionalregierung aufgefordert, jegliche Unabhängigkeits-Banner und Symbole wie gelbe Schleifen von öffentlichen Gebäuden zu entfernen. Diese Gebäude sollten bei der Parlamentswahl neutral sein. Torra weigerte sich zunächst und wird nun wegen Ungehorsams angeklagt.

Meinungsfreiheit in Spanien kaum Thema

Ralf Streck ist ein deutscher Journalist und Übersetzer aus Flörsheim, der im Baskenland wohnt. Für Medien wie TELEPOLIS beleuchtet er Unabhängigkeitsbewegungen wie in Katalonien oder Schottland. Im Falle Kataloniens schreibt er regelmäßig pro Unabhängigkeit.

Der Beitrag ist trotz Tendenz empfehlenswert, greift er doch ein Thema auf, was in deutschen Medien nur wenig Beachtung findet: die Meinungsfreiheit in Spanien. Berichtet wird über Zensur und Verfolgung in der Türkei oder Russland, jedoch nicht in Spanien. Dabei stellt die Nichtregierungsorganisation Freemuse fest: 2017 und 2018 inhaftierte Spanien weltweit die meisten Musiker – und überbot damit Nationen wie China, die Türkei oder den Iran.

„Schon vor diesen Zensur-Vorgängen war klar, dass es mit der Meinungsfreiheit in Spanien nicht zum Besten steht. Auch bekannte Persönlichkeiten werden vor Gericht gezerrt, die auf ‚Gott scheißen‘. Demonstranten werden zu Haft- und Geldstrafen verurteilt, weil sie Bilder vom König verbrennen. Der Europäische Menschenrechtsgerichtshof kassiert sie dann.“

 

Hier entlang zum Originalbeitrag

 

Jeden Montag- bis Freitagmorgen um 7 Uhr erscheint an dieser Stelle der Perspektivwechsel am Morgen. Hier finden Sie täglich einen Artikel, der zu einem aktuellen Tagesthema eine alternative Sichtweise bietet. In unserem Archiv finden Sie darüber hinaus unsere Debattenübersichten zu den wichtigsten politischen Themen unserer Zeit – darunter auch über das Unabhängigkeitsbestreben vieler Katalanen.

Wer steckt dahinter?

Joshua Müller
Kommt aus:Gladenbach in Hessen
Politische Position:Aktives Mitglied der Zuhörer, denn jede Stimme ist wahr- und ernst zu nehmen
Arbeitet für/als:Studiert Medienkommunikation an der Ostfalia Hochschule in Salzgitter und hat bereits für Lokalzeitungen wie auch für das Newsportal Campus38 geschrieben
Was Sie noch wissen sollten:Joshua nerven Populismus, Intoleranz und ständige Scherze über seinen Lieblingsverein Schalke 04
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2 Gedanken zu “Warum die Pressefreiheit in Spanien ernsthaft in Gefahr ist

  1. Vielen Dank, dass Sie die Situation der Ungerechtigkeit und des Rückschritts der Demokratie, die in Spanien stattfindet, anprangern. Die Deutschen im Allgemeinen haben viel Unwissenheit darüber. Ralf Streck ist einer der wenigen deutschen Journalisten, die treu über die Situation berichten, was nicht dasselbe ist wie das Schreiben für die Unabhängigkeitsbewegung.

    1. Ebenso vielen Dank für Ihren Kommentar! Ich stimme zu, dass in Deutschland kaum über die Einschränkungen der Meinungsfreiheit in Spanien berichtet oder geredet wird. Herr Streck ist da ein gutes Gegenbeispiel, genau darum habe ich einen seiner Beiträge aufgegriffen. In Bezug auf die Art des Artikels empfand ich es trotzdem als richtig, eine Tendenz im Stil anzusprechen. Allerdings bleiben Fakten (Anordnungen der spanischen Regierung) natürlich trotzdem Fakten.

      Wir freuen uns immer über Feedback wie auch über Hinweise von LeserInnen wie Ihnen! Falls Sie in Zukunft auf weitere interessante Artikel auch zu anderen Themen stoßen, gerne hier kommentieren oder an die Redaktionsleitung dario@thebuzzard.org schreiben.

      Freundliche Grüße, Joshua Müller

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