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Stehen Afrika „Goldene Zwanziger“ bevor?
Stehen Afrika "Goldene Zwanziger" bevor?
( Link zum Originalbild | Urheber: Ian Ingalula | Pixabay | Pixabay Lizenz )

Der tägliche Blick über den Tellerrand mit The Buzzard.

Guten Morgen,

die Bundesregierung hat vergangene Woche die Leitlinien ihrer künftigen Afrikapolitik festgelegt. Dabei steht die Bekämpfung von Fluchtursachen im Mittelpunkt, andererseits will Deutschland mit den Afrika-Investitionen aus China und Russland mithalten. Denn – und so predigen es Deutschlands Entwicklungsminister und Industrieverbände seit Jahren: Afrika ist ein „Chancenkontinent“. Das wirtschaftliche Potenzial sei vorhanden – allerdings nur durch weitere Fördermittel und in scheinbar ungreifbarer Zukunft.

Detlef Gürtler hingegen sieht diese Zukunft schon bald gekommen: Er spricht von „Goldenen Zwanzigern“ für Afrika – in Anlehnung an den Wirtschaftsaufschwung in vielen westlichen Industrieländern vor gut hundert Jahren. Gürtler ist Autor, Kolumnist und Forscher an einem Schweizer Thinktank. Im ENORM-MAGAZIN sagt er: Die Chance auf einen wirtschaftlichen Durchbruch Afrikas ist so gut wie nie zuvor – und bereits in wenigen Jahren möglich.

Wichtigster Faktor laut Gürtler: Mehr Afrikaner kommen ins erwerbsfähige Alter. Junge Menschen, die eine höhere Bildung als ihre Eltern erfahren und seltener in Armut gelebt haben. Tatsächlich besitzt Afrika das jüngste Durchschnittsalter weltweit, die Hälfte der Afrikaner ist unter 25 Jahre alt. Außerdem weist Gürtler nach Asien: In Südkorea oder Taiwan hätten Mitte des 20. Jahrhunderts ähnliche Bedingungen geherrscht – bevor diese Länder durch den hohen Anteil an jungen Arbeitern zu Industriestaaten aufgestiegen sind.

Es braucht Arbeitsplätze – durch Start-ups

Der Haken: In Afrika müssen viele Arbeitsplätze erst noch geschaffen werden. Der Internationale Währungsfonds rechnet mit 20 Millionen Arbeitsplätzen pro Jahr bis 2035. Gürtlers Lösung: Start-ups gründen statt auf Großkonzerne warten. Ein Unternehmen zu gründen, erfordere heutzutage weniger Startkapital als noch vor ein paar Jahren. Gürtler sieht in der Vermittlung von Entrepreneurship eine wichtige Komponente in der Entwicklungspolitik.

Viele der Afrikaner, die zu einem solchen Wagnis bereit sind, gründen kein Start-up, sondern begeben sich auf den Weg nach Europa: Die Eigenschaften, über die diese Migranten verfügen, sind genau die Eigenschaften, die auch ein Entrepreneur braucht. Und das Geld, das sie für Schlepper und ihren Lebensunterhalt auf der Reise aufbringen müssen, könnte genauso gut als Startkapital für eine Unternehmensgründung dienen.“

 

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Jeden Montag- bis Freitagmorgen um 7 Uhr erscheint an dieser Stelle der Perspektivwechsel am Morgen. Hier finden Sie täglich einen Artikel, der zu einem aktuellen Tagesthema eine alternative Sichtweise bietet. In unserem Archiv finden Sie darüber hinaus unsere Debattenübersichten zu den wichtigsten politischen Themen unserer Zeit – zum Beispiel zur Entwicklungspolitik in Afrika.

Wer steckt dahinter?

Joshua Müller
Kommt aus:Gladenbach in Hessen
Politische Position:Aktives Mitglied der Zuhörer, denn jede Stimme ist wahr- und ernst zu nehmen
Arbeitet für/als:Studiert Medienkommunikation an der Ostfalia Hochschule in Salzgitter und hat bereits für Lokalzeitungen wie auch für das Newsportal Campus38 geschrieben
Was Sie noch wissen sollten:Joshua nerven Populismus, Intoleranz und ständige Scherze über seinen Lieblingsverein Schalke 04
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