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Die Debatte um Artikel 13 ist völlig unsachlich geworden
Die Debatte um Artikel 13  ist völlig unsachlich geworden
( Link zum Originalbild | Urheber: Markus Spiske | Flickr | CC BY 2.0 )

Das Argument in Kürze

Die Debatte um die Urheberrechtsreform polarisiert. So sehr, dass Befürworter und Gegner sich mittlerweile unversöhnlich gegenüberstehen. Die Journalistin Judith Horchert lässt bei SPIEGEL ONLINE beide Seiten zu Wort kommen und sagt: Die Ziele sind die gleichen, aber zu einem Kompromiss könne es nicht mehr kommen – das Klima sei zu vergiftet.

 

Beleidigungen statt Fakten

Als „alter Mann“ sei er bezeichnet worden, für den das Internet nur aus „E-Mail und Pornographie“ bestehe, erzählt Matthias Hornschuh, Aufsichtsratsmitglied der GEMA. Gleichzeitig berichtet Judith Horchert von Protestierenden, die es nicht mehr hinnehmen wollen, als Bots bezeichnet zu werden. Die wütend werden, weil behauptet wird, sie seien von Google instrumentalisiert und sogar bezahlt worden.

Horchert zeichnet das Bild einer Diskussion, in dem die Gesprächspartner nur noch übereinander sprechen, anstatt über die Urheberrechtsreform. Sie selbst zeigt sich überrascht, dass ein Gesetzestext bei dessen Lektüre einem „vor Langeweile der Kopf auf die Tischplatte fällt“ so viele Menschen auf die Straße treibt. Die emotionale Aufregung bei diesem wichtigen aber trockenen Sachthema hält sie für übertrieben.

 

Sachliche Diskussion ist nicht mehr möglich

Interessanterweise kommt die Journalistin zum Schluss, dass sich die Ansichten von Gegnern und Befürwortern der Urheberrechtsreform gar nicht so sehr unterscheiden. Auch die Gegner von Artikel 13 wollten gerechte Entlohnung für Kunstschaffende.

Das Problem seien weniger die Inhalte der Reform, als vielmehr, dass die jungen Protestierenden sich nicht mehr ernst genommen fühlen von den Politikern in Brüssel. Hier sieht Horchert vor allem das Versäumnis der Politik, nicht klar kommuniziert zu haben und nun pauschale Beleidigungen zu verteilen.

„Es zeigt, wie sehr sich die Fronten verhärtet haben, wie wenig Verständnis und Entgegenkommen es zwischen den Lagern gibt. Aus der Urheberrechtsreform ist eine Sturheberrechtsreform geworden.“

 

Tiefer eintauchen

Auf seinem Blog SPÄHGYPTEN entschuldigt sich der Blogger Michael Brendel, dass er bei der Debatte um Artikel 13 selbst zu emotional wurde und erklärt, was seine Meinung geändert hat.

 

Dieser Artikel wird empfohlen von: Maika Schmitt.

Wer steckt dahinter?

Judith Horchert
Kommt aus:Deutschland
Arbeitet für/als:Ressortleiterin bei Spiegel Online Netzwelt
Was Sie noch wissen sollten:Ausbildung an der Henri-Nannen-Schule in Hamburg; Schwerpunkte liegen auf Datenschutz, Netzkultur, Technikjournalismus.
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