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Homosexuell und konservativ in Trumps Amerika
Homosexuell und konservativ in Trumps Amerika
( Link zum Originalbild | Urheber: janeb13 | Pixabay | Pixabay License )

Der tägliche Blick über den Tellerrand mit The Buzzard.

Guten Morgen,

die amerikanischen Konservativen gelten gemeinhin nicht gerade als besonders affin gegenüber der LGBT-Community. Auch bei der Wahl von US-Präsident Trump stimmten nur 14 Prozent der LGBT-Wähler für den Milliardär; 2012 hatte der damalige Kandidat der Republikaner, Mitt Romney, immerhin noch 22 Prozent ihrer Stimmen geholt. In einem langen Feature für das NEW YORK TIMES MAGAZINE widmet sich Benoit Denizet-Lewis der Frage, wie Homosexuelle heutzutage Trump und die Republikaner unterstützen, welche Motive sie bewegen und welche Reaktionen sie erleben, wenn sie ihre politische Gesinnung offenbaren.

Konservativ sein – aber zufällig eben auch schwul

Benoit Denizet-Lewis thematisiert implizit den (vermeintlichen) Widerspruch: Wie kann man eigentlich als Homosexueller ein Anhänger der Republikaner sein? Die Antworten seiner Gesprächspartner zeigen eine Gemeinsamkeit: Man will die eigene Person nicht (nur) über die sexuelle Orientierung definieren. Andere Merkmale und Einstellungen – gottesfürchtig, patriotisch, wirtschaftsliberal, gegen staatliche Eingriffe und Sozialprogramme – spielen eine größere Rolle für das Selbstbild. „Ich wusste, dass ich konservativ bin, bevor ich wusste, dass ich homosexuell bin“, meint eine Frau dazu.

Einige von ihnen wünschen sich, ihre Partei wäre offener für die Belange von Homo- oder Transsexuellen, äußern aber die Überzeugung, dass ihre Präsenz in der Partei für einen Wandel sorgen könne oder dies bereits getan hat.

Andere, nicht-konservative Mitglieder der LGBT-Community können diese Argumentation absolut nicht nachvollziehen: Homosexuelle Republikaner seien „nützliche Idioten“, die sich als Beweis vorschieben ließen, dass die Partei nicht homo- oder transphob sein könne. Diese Kritiker verweisen auf massive Rückschritte im Bereich der LGBT-Gleichberechtigung unter Trump.

Der Beitrag von Benoit Denizet-Lewis zeigt außerdem, wie enorm unterschiedlich sich der Umgang homosexueller Republikaner untereinander und, wenn sie sich öffnen, gegenüber anderen Homosexuellen gestaltet. Hierbei wird einerseits deutlich, dass die Label „Konservativer“ und „Trump-Unterstützer“ sehr unterschiedlich bewertet werden. Andererseits zeigt der Text ein verändertes Klima, im dem sich mittlerweile für die Republikaner auch offen homosexuelle oder Transgender-Kandidaten in Vorwahlen und um öffentliche Ämter bewerben.

Viele konservative LGBT’s sagen, sie fühlen sich auf neue Weise relevant und akzeptiert in der Republikanischen Partei, die sich seit langem gegen LGBT-Rechte ausgesprochen hat. Und einige führen das – vielleicht entgegen der Intuition – zum Teil auf Trump selbst zurück.

 

Hier entlang zum Originalbeitrag.

 

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Wer steckt dahinter?

Frank Kaltofen
Kommt aus:Immer Thüringer gewesen, jetzt in Leipzig
Arbeitet für/als:Redakteur in verschiedenen Kontexten
Was Sie noch wissen sollten:Studierter Politikwissenschaftler und jetzt Schreiberling. Interessiert an Menschen und ihren Geschichten. Schreibt seit 2007, am liebsten über Kulturelles & Zeitgeschichtliches.
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