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Das Modell der Kreislaufwirtschaft ist die Zukunft der Verpackungsindustrie
Das Modell der Kreislaufwirtschaft ist die Zukunft der Verpackungsindustrie
( Link zum Originalbild | Urheber: OpenClipart-Vectors / 27429 Bilder | Pixabay | Pixabay License )

Das Argument in Kürze:

Wer etwas gegen Plastikmüll in den Weltmeeren tun will, greift zur Papiertüte statt zur preiswerteren Variante aus Plastik oder am besten direkt zum praktischen Jutebeutel. Ganz auf Plastik zu verzichten, ist allerdings für Endverbraucher kaum möglich. Umso mehr ist daher die Industrie gefragt, ihre gewohnten Produktionsprozesse und Verpackungsmethoden umzustellen. Das sei nicht nur aus ökologischen Gesichtspunkten geboten, argumentieren Peter Lacy und Wesley Spindler von der Beratungsagentur Accenture Strategy in einem Gastbeitrag für das WORLD ECONOMIC FORUM. Die Produktionsprozesse nach den Prinzipien der Kreislaufwirtschaft umzustellen und mehr in alternative Verpackungsarten zu investieren, sei außerdem äußerst profitabel.

Unternehmen haben Anreize ihre Verpackungsmethoden zu überdenken

Lacy und Spindler sehen eine Zeitenwende auf uns zukommen, der sich kein Unternehmen in den nächsten Jahrzehnten entziehen kann: der Wandel des Wirtschaftssystems vom linearen Modell der Produktionsprozesse hin zu einem Modell der Kreislaufwirtschaft. Unternehmer denken heutzutage immer noch nach dem Motto „holen, produzieren, entsorgen“ („take, make, dispose“), wobei Produkte für den schnellen, einmaligen Konsum und schlussendlich für den Abfall produziert werden. Ausgeklügelte Recycling- und Upcycling-Prozesse werden global gesehen bislang größtenteils vernachlässigt. Nur 14 Prozent aller Plastikverpackungen weltweit werden recycelt, berichtet die Ellen MacArthur-Stiftung. 40 Prozent landen auf Mülldeponien und gut ein Drittel in Ökosystemen wie unseren Ozeanen. Wenn sich nichts ändert, werde 2050 mehr Plastik in unseren Ozeanen schwimmen als Fische.

Dabei seien die Herstellung von nachhaltig verpackten Konsumgütern sowie die Umstellung von konventionellen Geschäftsmodellen auf nachhaltigere Varianten nach dem zirkularen „Kreislauf“-Prinzip „holen, produzieren, holen, produzieren…“ zunehmend profitabler. Wettbewerbsvorteile und komplett neue Einkommensströme ließen sich durch solche Umstellungsprozesse erschließen. Mittlerweile achtet jeder Dritte beim Einkaufen am meisten darauf, ob ein Produkt nachhaltig ist oder nicht. Eine Umstellung auf nachhaltige Produktions- und Verpackungsprozesse lohne sich, zitieren Lacy und Spindler einen Bericht von PACE, einer internationalen Initiative für Kreislaufwirtschaft. Eine Umstellung auf innovative Verpackungsmittel und Verkaufswege könne rund neun Milliarden Dollar generieren. Startup-Unternehmen und Pioniere von großen Konzernen profitieren davon schon heute. Im Originalartikel werden einige beeindruckende Beispiele dafür genannt, wie eine Abfall- und Verpackungswirtschaft der Zukunft aussehen kann.

„Die entstehenden Wettbewerbsvorteile zusammen mit der Möglichkeit die eigene Markenbekanntheit als Hebel zu benutzen, um das Verhalten der Konsumenten positiv zu verändern, sind überzeugende Argumente, um alle Industrien zu ermutigen, der Verpackungsrevolution zu folgen.“

Der Beitrag wird empfohlen von: Felix Friedrich.

Wer steckt dahinter?

Peter Lacy und Wesley Spindler
Kommt aus:Lacy stammt aus Großbritannien und lebt in London, Spindler stammt aus Boston (USA) und lebt ebenfalls in London
Arbeitet für/als:Peter Lacy ist Senior Managing Director der Beratungsagentur Accenture Strategy, Wesley Spindler ist Direktorin von The Circulars (https://thecirculars.org/), einem Preis für Unternehmen und Akteure aus der Privatwirtschaft, die sich für die Kreislaufwirtschaft stark machen.
Was Sie noch wissen sollten:Peter Lacy ist ausgewiesener Experte im Bereich der Beratung von Regierungen, Wirtschaft und zivilgesellschaftlichen Organisationen. Er hat u.a. in Yale, Cambridge und der Nottingham University studiert. Früher hat er auch für McKinsey gearbeitet.
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