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Warum die Fusion von Deutscher Bank und Commerzbank alternativlos ist
Warum die Fusion von Deutscher Bank und Commerzbank alternativlos ist
( Link zum Originalbild | Urheber: Sylvester Böhle | Pixabay | CCO Public Domain )

Der tägliche Blick über den Tellerrand mit The Buzzard.

Guten Morgen,

es ist beschlossen: Deutsche Bank und Commerzbank werden offiziell über Möglichkeiten zum Zusammenschluss der beiden Banken verhandeln. Das hat die Deutsche Bank am Sonntag in einer Mitteilung bestätigt. Sicher ist zwar noch nichts, die Gespräche sind den beiden Banken zufolge „ergebnisoffen“ – aber es ist der erste Schritt in eine Richtung, zu der von allen Seiten viel Kritik kommt.

Das liegt daran, dass bei einer Fusion wohl Zehntausende Menschen ihren Arbeitsplatz verlieren würden. Ein Bankenexperte spricht „im ungünstigsten Fall“ von 30 000 Arbeitsplätzen, zitiert ihn ntv. Außerdem ist unklar, ob der Schritt überhaupt etwas bringen würde. Sowohl die Deutsche Bank als auch die Commerzbank geht es nicht gut, nur: „Warum zwei große Schrotthaufen, die man übereinander stapelt, ein schönes Rosenbeet ergeben sollen, erschließt sich uns nicht“, heißt es auf der Webseite Finanzmarktwelt.de.

 

Wenn es so weitergeht, droht den Banken der Bedeutungsverlust

Interessant ist dazu eine Einordnung des Handelsblatts, weil hier die Gegenseite beleuchtet wird. Folgt man der Logik des Autoren Daniel Schäfer, ist eine Fusion mehr oder weniger alternativlos. „Während alle US-Banken und die meisten europäischen Rivalen wieder hohe Multimilliardengewinne erwirtschaften, ist die Ertragskraft der beiden größten börsennotierten deutschen Banken auch zehn Jahre nach Beginn der Finanzkrise bescheiden“, kommentiert er in dem Beitrag von September 2018. Um den „schleichenden Bedeutungsverlust“ zu stoppen, müssten die Banken die Alleingänger-Strategie aufgeben.

Das hätte Schäfer zufolge große Vorteile: Wenn wenn man die Banken zusammenlegen würde, könnte man die Betriebskosten drastisch senken, man könnte doppelte IT-Systeme abschaffen und Filialen schließen. Es wäre möglich, in der Digitalisierung gezielter voranzuschreiten. Und ja, schreibt Schäfer: Auch Stellen müsste man abbauen – das sei aber auch ein Vorteil, weil so Kosten gespart werden würden.

 

„Natürlich birgt eine Fusion immer auch hohe Risiken: kulturell, regulatorisch und von der Managementseite her. Aber das Risiko, es weiter allein zu probieren, ist für beide mindestens ebenso groß.“

 

Hier entlang zum Originalbeitrag.

 

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Wer steckt dahinter?

Nadja Tausche
Kommt aus:München
Politische Position:Versucht, alle politischen Richtungen zumindest neutral zu betrachten
Arbeitet für/als:Arbeitet als freie Journalistin unter anderem für die Süddeutsche Zeitung, Das Erste und The Buzzard
Was Sie noch wissen sollten:Nadja Tausche hat im bayerischen Eichstätt und in Barcelona Journalistik studiert.
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2 Gedanken zu “Warum die Fusion von Deutscher Bank und Commerzbank alternativlos ist

  1. Sehr geehrte Damen und Herren!

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    Mit freundlichen Grüßen

    Volker Gnatzy

    1. Sehr geehrter Volker Gnatzy,
      vielen Dank für Ihre Nachricht und verzeihung für die späte Antwort! Den Kommentar haben wir scheinbar übersehen. Ganz bewusst verzichten wir auf Werbung, weil wir finden, dass werbefreier Journalismus, der nur den Leserinnen und Lesern verpflichtet ist, freier darin ist, Inhalte zu veröffentlichen (da Klickzahlen dann nicht an erster Stelle stehen). Leider dürfen wir rechtlich nicht die Originalartikel auf unserer Seite veröffentlichen. Wir arbeiten allerdings gerade an der neuen App. Dort wird man die Artikel in der App lesen können ohne auf das Original extern weitergeleitet zu werden (allerdings trotzdem so, dass externe Inhalte in ihrem Original-Layout angezeigt werden). Ob Adblocker dann trotzdem blockieren, müssen wir noch testen.
      Mit freundlichen Grüßen
      Dario Nassal
      @vgnatzy

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