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Leben in Bunkern: So sieht Wohnungsnot in Peking aus
Leben in Bunkern: So sieht Wohnungsnot in Peking aus
( Link zum Originalbild | Urheber: Petrick Liu | Pixabay | Pixabay Lizenz )

Der tägliche Blick über den Tellerrand mit The Buzzard.

Guten Morgen,

diese Tagesempfehlung ist der Abschluss unserer großen Debatte zur Wohnungsnot in Deutschland: Was muss sich verändern, damit Mieten in Großstädten wieder bezahlbar werden? Die Wohnungsnot in Metropolen ist ein prekäres Thema: Obwohl Mietpreise in fast allen Großstädten Deutschlands kontinuierlich steigen, ziehen immer mehr Menschen in die Städte. Dementsprechend kreativer werden die Lösungsvorschläge, um neuen Wohnraum zu schaffen: Genannt seien hier etwa Wohnungen auf Supermarktdächern, in Kirchen oder statt Parkplätzen.

Auch in Peking herrscht Wohnungsmangel: Chinas Hauptstadt wächst unaufhörlich, denn in der Stadt winken höhere Gehälter als im Umland. Wozu Menschen bereit sind, in einer Großstadt zu leben, zeigt der Beitrag von Ian Johnson für AL JAZEERA AMERICA: In Peking wohnen bis zu einer Million Menschen in ausrangierten Luftschutzbunkern unter der Stadt – ohne Tageslicht, ohne eigenes Badezimmer, auf nur wenigen Quadratmetern. Klingt wie ein schlechter Science-Fiction-Film, hat aber einen einfachen Grund: Unter der Erde bezahlen sie nur rund die Hälfte der Mieten als ein paar Meter oberhalb. Von anderen Bewohnern Pekings werden sie dafür als „Rattenmenschen“ stigmatisiert – Johnson gibt ihnen in Einzelporträts ein Gesicht.

Der Journalist und wir als Leser erfahren außerdem: So schlimm finden die Bewohner das Wohnen untertage gar nicht. Die Bunker aus dem Kalten Krieg sind im Winter warm, im Sommer kühl und um einiges ruhiger als die Mietwohnungen am Tageslicht. Dazu leben die Bewohner zentral und sind schnell bei ihrem Job. Unterirdisches Wohnen – eine ernstzunehmende Möglichkeit für die Großstädte der Zukunft?

Mir geht es gut, weil ich Angst davor habe, arm zu sein“, sagt Versicherungsvertreter Wei Kuan. Er teilt sich rund 27 Quadratmeter mit bis zu neun Mitbewohnern. „Viele meiner Kollegen wohnen oben, aber mir ist das zu bequem. Das Leben hier unter der Erde zwingt mich jeden Tag, härter zu arbeiten.“

Übrigens außerdem empfehlenswert: Die Fotoreihe von Antonio Faccilongo.

 

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Jeden Montag- bis Freitagmorgen um 7 Uhr erscheint an dieser Stelle der Perspektivwechsel am Morgen. Hier finden Sie täglich einen Artikel, der zu einem aktuellen Tagesthema eine alternative Sichtweise bietet. In unserem Archiv finden Sie darüber hinaus Debattenübersichten zu den wichtigen politischen Themen unserer Zeit – zum Beispiel zu Wohnungsnot oder Gentrifizierung.

Wer steckt dahinter?

Joshua Müller
Kommt aus:Gladenbach in Hessen
Politische Position:Aktives Mitglied der Zuhörer, denn jede Stimme ist wahr- und ernst zu nehmen
Arbeitet für/als:Studiert Medienkommunikation an der Ostfalia Hochschule in Salzgitter und hat bereits für Lokalzeitungen wie auch für das Newsportal Campus38 geschrieben
Was Sie noch wissen sollten:Joshua nerven Populismus, Intoleranz und ständige Scherze über seinen Lieblingsverein Schalke 04
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