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Pressefreiheit in der Türkei: Erdoğan als Vater, der „zum Wohle des Staates“ auch mal streng werden muss
Pressefreiheit in der Türkei: Erdoğan als Vater, der "zum Wohle des Staates" auch mal streng werden muss
( Link zum Originalbild | Urheber: Niek Verlaan | Pixabay | CCO Public Domain )

Der tägliche Blick über den Tellerrand mit The Buzzard.

Guten Morgen,

die Türkei und Pressefreiheit – es ist eine schwierige Kombination. Das hat nicht nur Auswirkungen auf den türkischen Journalismus, sondern auch auf den deutschen. Das zeigt sich in diesen Tagen wieder: Journalisten, die für deutsche Medien über die Türkei berichten, müssen das Land verlassen, weil ihre Presseakkreditierung für das Jahr 2019 nicht verlängert wurde. Dazu gehören die Korrespondenten für den Tagesspiegel und das ZDF sowie ein NDR-Reporter. Bundesaußenminister Heiko Maas (SPD) sagte im Interview mit dem Tagesspiegel: Wenn Korrespondenten ihrer Arbeit in der Türkei nicht frei nachgehen könnten, sei das inakzeptabel.

Interessant ist, was Susanne Güsten in einem Online-Beitrag für die Stuttgarter Zeitung berichtet. Sie schreibt: Um die freie Presse in der Türkei stehe es unter Staatspräsident Recep Tayyip Erdoğan zwar schlecht – die Lage nur Erdogan zuzuschreiben, greife aber zu kurz. Tatsächlich habe die Türkei schon vor Erdoğan beachtliche Probleme mit der Pressefreiheit, nach westlichen Normen definiert, gehabt. Interessant ist der Text deshalb, weil er auch die Hintergründe der Pressefreiheit im Land aufzeigt. Denn: Die autoritären Strukturen würden von vielen Türken mitgetragen, meint Güsten. Der „starke Mann an der Spitze“ sei ein fester Bestandteil der politischen Kultur in der modernen Türkei. Das Bild Erdogans entspreche dabei dem eines Vaters:

„Erdogan ist in diesem Verständnis der Landesvater, der immer das Beste für sein Volk will, zum Wohle des Staates aber hin und wieder auch streng werden muss und der gegen alle Feinde des Staates ganz entschieden vorgeht.“

 

Hier entlang zum Originalbeitrag.

 

Jeden Montag- bis Freitagmorgen um 7 Uhr erscheint an dieser Stelle der Perspektivwechsel am Morgen. Hier finden Sie täglich einen Artikel, der zu einem aktuellen Tagesthema eine alternative Sichtweise bietet. In unserem Archiv finden Sie darüber hinaus Debattenübersichten zu den wichtigen politischen Themen unserer Zeit.

 

Wer steckt dahinter?

Nadja Tausche
Kommt aus:München
Politische Position:Versucht, alle politischen Richtungen zumindest neutral zu betrachten
Arbeitet für/als:Arbeitet als freie Journalistin unter anderem für die Süddeutsche Zeitung, Das Erste und The Buzzard
Was Sie noch wissen sollten:Nadja Tausche hat im bayerischen Eichstätt und in Barcelona Journalistik studiert.
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