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Hasskommentare moderieren und Missbrauchsvideos löschen: Insider berichten
Hasskommentare moderieren und Missbrauchsvideos löschen: Insider berichten
( Link zum Originalbild | Urheber: StartupStockPhotos | Pixabay | Pixabay Lizenz )

Der tägliche Blick über den Tellerrand mit The Buzzard.

Guten Morgen,

vieles wird im digitalen Zeitalter bereits von Algorithmen erledigt. Aber das Sichten von Inhalten und Kommentaren bei Facebook, YouTube oder in Message Boards wird immer noch größtenteils mit menschlicher Arbeitskraft bewerkstelligt. Menschen, die jeden Tag Unmengen an teils verstörenden Posts und Videos zu sehen bekommen – und mitunter sogar davon krank werden. Wir empfehlen heute einen langen Beitrag auf ONE ZERO, einem Ableger der Onlineplattform „Medium“, in dem Alex Feerst zahlreiche dieser Menschen zu Wort kommen lässt.

Über die Richtlinien, was gelöscht wird und was im weltweiten Netz bleiben darf, gibt es dabei immer wieder Diskussionen. Feerst gibt eine längere Einführung in das Thema und weist darauf hin, dass inzwischen auch Journalisten und Wissenschaftler ein Interesse an dem Arbeitsalltag der vielen Online-Moderatoren finden. Feerst spricht davon, sie seien „zugleich die Richter und die Hausmeister des Internets“. Danach lesen wir Auszüge aus seinen Befragungen von 15 Personen, die in dieser Funktion für Unternehmen wie YouTube, Facebook, Twitter, Reddit oder Pinterest tätig waren oder noch sind. Einige von ihnen möchten anonym bleiben.

Ihre Antworten und Erfahrungen sind wie die Inhalte, die man im Netz finden kann: teilweise schlicht und banal, manche lassen aufhorchen oder wirken selbstgerecht, wieder andere machen betroffen. Eine Frau, die sich hier Jessica nennt, berichtet von einem Missverständnis, das ihr oft begegne: dass doch ohnehin nur Algorithmen und keine Personen die Inhalte bewerten. Nein, erklärt sie, „Das sind Menschen, die diese Sachen überprüfen – und darum dauert es auch so lange“. Viele reflektieren auch über die Verantwortung, die ihr Entscheidungsspielraum – was bleibt, was wird gelöscht? – mit sich bringt.

Der Beitrag von Alex Feerst erlaubt damit einen äußerst spannenden Blick hinter die Kulissen dessen, was die Nutzer täglich als das Internet erleben.

„Jeder erwartet von dir, die Sachen zu löschen, die er nicht mag. Millionen von Postings gibt es jeden Tag, und hunderte Millionen von Menschen haben unterschiedliche Meinungen, was bleiben soll und was gehen muss – und jeder davon meint, im Recht zu sein.“

 

Hier entlang zum Originalbeitrag.

 

Jeden Montag- bis Freitagmorgen um 7 Uhr erscheint an dieser Stelle der Perspektivwechsel am Morgen. Hier finden Sie täglich einen Artikel, der zu einem aktuellen Tagesthema eine alternative Sichtweise bietet. Unsere Debattenübersichten lassen tiefer eintauchen – unter anderem zur Frage „Treiben uns soziale Medien auseinander?“

Wer steckt dahinter?

Frank Kaltofen
Kommt aus:Immer Thüringer gewesen, jetzt in Leipzig
Arbeitet für/als:Redakteur in verschiedenen Kontexten
Was Sie noch wissen sollten:Studierter Politikwissenschaftler und jetzt Schreiberling. Interessiert an Menschen und ihren Geschichten. Schreibt seit 2007, am liebsten über Kulturelles & Zeitgeschichtliches.
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