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Die Lösung ist einfach: Wir müssen mehr bauen
Die Lösung ist einfach: Wir müssen mehr bauen
( Link zum Originalbild | Urheber: Roman Grac | Pixabay | CCO Public Domain )

Das Argument in Kürze

Was tun, damit Wohnraum wieder günstiger wird? Mehr Wohnungen bauen, schreibt Nadine Oberhuber auf ZEIT ONLINE. Immer mehr Menschen ziehen in Großstädte – in denen fehlen deutschlandweit allerdings über eine Million Wohnungen, so schreibt es die Autorin. Sie fordert, beim Wohnungsbau über bisherige Grenzen hinaus zu denken – und stellt konkrete Ideen vor.

Innovativ denken, schnell handeln

Teilweise sind diese Ideen sogar schon erfolgreich ausprobiert worden. Das Ziel aller Konzepte: Schnell neue Wohnungen zu bauen. Eine Auswahl:

Wohnungen auf Parkplätze bauen

Parkplätze brauchen viel Platz. Den könne man besser nutzen, indem man über die Parkflächen Wohnungen baue, schreibt Oberhuber. Das Konzept wurde in München schon umgesetzt: In gut einem Jahr sind dort 100 neue Wohnungen entstanden, auf Stelzen über dem Parkplatz eines Schwimmbads. Köln plant Oberhuber zufolge eine ähnliche Konstruktion, dort sollen mitten in der Stadt sogar 1000 Wohnungen entstehen.

Spekulation mit Grundstücken verhindern

Ein Problem beim Bau neuer Wohnungen: Oft wollen Investoren gar nicht unbedingt bauen, so erklärt es die Autorin. Denn wenn Bauträger Neubauten genehmigen lassen, werden die Grundstücke aufgewertet – auch, wenn nicht gebaut wird. Verkaufen sie die Flächen dann Jahre später weiter, erzielen sie hohe Gewinne. In Berlin sei in den vergangenen zehn Jahren fast die Hälfte aller genehmigten Wohnungen nicht gebaut worden, zitiert Oberhuber die Studie eines Analysehauses. Lösen könne man das Problem, indem man die Baugenehmigungen schneller ablaufen lasse.

Höher stapeln

Eine andere Option ist Oberhuber zufolge, auf bestehende Gebäude einige Stockwerke draufzubauen. Demnach sparen sich Kommunen dabei Planungsaufwand, weil etwa keine neuen Flächen zugebaut werden – es muss also nicht erst geprüft werden, ob zu viel Fläche versiegelt werde. Rund 580 000 Häuser in deutschen Großstädten eignen sich dafür, das hat die TU Darmstadt in dieser Studie herausgefunden. Und auch auf den Dächern von Supermärkten kann das Konzept funktionieren: In Berlin denken Discounterketten laut Oberhuber darüber nach, ihre Filialen mit Wohnungen zu überbauen.

Über eine Million Wohnungen fehlt in den deutschen Großstädten, schätzen Immobilienexperten. Obwohl immer mehr Menschen in die Ballungszentren ziehen, wird noch immer viel zu wenig gebaut. Wie kann man also dennoch neuen Wohnraum schaffen? Indem man in neuen Dimensionen denkt und über bisherige Grenzen hinaus.“

 

Dieser Beitrag wird empfohlen von: Nadja Tausche

 

Tiefer eintauchen:

Man müsse mutiger bauen, meint Gerhard Matzig auf sz.de – und nennt auch gleich einige Beispiele.

Wer steckt dahinter?

Nadine Oberhuber
Kommt aus:Deutschland
Was Sie noch wissen sollten:Oberhuber ist freie Journalistin mit Schwerpunkt auf den Themen Wirtschaft und Finanzen. Neben der ZEIT schreibt sie unter anderem für die Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung.
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