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Deshalb bringt es nichts, wenn wir sexistische Werbung verbieten
Deshalb bringt es nichts, wenn wir sexistische Werbung verbieten
( Link zum Originalbild | Urheber: Kaz | Pixabay | CC0 Public Domain )

Der tägliche Blick über den Tellerrand mit The Buzzard.

Guten Morgen,

im Kampf gegen Sexismus spielt auch Werbung eine große Rolle. Denn Werbung bedient auch in Deutschland immer noch sehr oft sexistische Klischees. Viele Initiativen wollen, dass es solche Werbung in Zukunft nicht mehr gibt, zumindest nicht im öffentlichen Raum. Immer mehr Initiativen setzen sich dafür ein, dass sexistische Werbung in Städten verboten wird. In einigen Städten ist das Verbot schon durchgesetzt. Vor allem Werbung, die in keinem Sachzusammenhang zu dem Werbungsthema steht, ist dann verboten, berichtet die WELT. Solche Regeln gegen sexistische Werbung gelten schon in München, Leipzig, Bremen oder Frankfurt.

Warum diese Verbote nicht viel bringen, erläutert die Journalistin Anna Sophia Merwald für das JETZT Magazin. Städte dürften nämlich solche Regeln nur auf eigenen Flächen durchsetzen. Deshalb führt ein Verbot immer nur dazu, dass auch nur ein kleiner Teil der Werbung tatsächlich verboten ist. „Für Orte, die nicht in öffentlicher Hand sind, real oder virtuell, haben wir als Land eben keine Handhabe,” sagt Susanne Gieffers, die Pressesprecherin der Gleichstellungsstelle Bremen. In Bremen gilt das Verbot seit 2017, bis jetzt sind aber nur drei Plakate entfernt worden.

Und dann gibt es noch ein Problem: Was sexistisch ist und verboten ist, entscheidet nämlich der Deutsche Werberat. Der sei aber laut der Protest- und Bildungsorganisation Initiative Pinkstinks alles andere als neutral. Die Mitglieder des Beirats seien nämlich Vertreter aus der werbenden Wirtschaft, den Medien und Agenturen.

Es würde auch nichts bringen, wenn ein Bundesgesetz eingeführt wird. Zwischen Stadt und Land gibt es nämlich große Unterschiede, meint Merwald: „Was der politisch korrekte Großstädter nicht lustig findet, bringt vielleicht den Typen vom Dorf zum Lachen. Dieses Problem könnte ein bundesweites Gesetz kaum lösen. Nur durch Aufklärung, Sensibilisierung und Bildung könne sexistische Werbung verschwinden. Verbote sind nur der erste Schritt.

Wirklich helfen könne nur Aufklärung über Geschlechterrollen durch gezielte Kampagnen.”

 

Hier entlang zum Originalbeitrag.

Jeden Montag- bis Freitagmorgen um 7 Uhr erscheint an dieser Stelle der Perspektivwechsel am Morgen. Hier finden Sie täglich einen Artikel, der zu einem aktuellen Tagesthema eine alternative Sichtweise bietet. In unserem Archiv finden Sie darüber hinaus Debattenübersichten zu den wichtigen politischen Themen unserer Zeit.

 

 

Wer steckt dahinter?

Veronika Caslavska
Kommt aus:Kommt aus Prag, studiert gerade in Leipzig.
Politische Position:Eine aktive Zivilgesellschaft, die sich für Politik interessiert und einsetzt, ist unersetzlich, damit die Demokratie am Leben bleibt. Deshalb setze ich mich für zivilgesellschaftliches Engagement und politische Bildung ein.
Arbeitet für/als:Studentin der Journalistik und Medienwissenschaften an der Karls-Universität in Prag und Universität Leipzig. Journalistin und Copywriterin.
Was Sie noch wissen sollten:Veronika hat für mehrere tschechische Zeitschriften gearbeitet, unter anderem für Newsweek, Respekt und Reporter. Sie schreibt über Zivilgesellschaft, über Gesellschaftsthemen allgemein, aber auch über Architektur und Design.
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