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Wie Wall Street bis heute Rassenungleichheit aufrecht erhält
Wie Wall Street bis heute Rassenungleichheit aufrecht erhält
( Link zum Originalbild | Urheber: Alexander Naumann | Pixabay | CC0 Public Domain )

Der tägliche Blick über den Tellerrand mit The Buzzard.

Guten Morgen,

jedes Jahr im Februar wird in den USA der Black History Month gefeiert, um wichtigen Menschen und Ereignissen in der Geschichte der afrikanischen Diaspora zu gedenken. Die Tradition begann 1926, als der Historiker Carter G. Woodson und die Association for the Study of African American Life and History die zweite Februarwoche zur „Woche der afroamerikanischen Geschichte“ erklärten. Der Zeitpunkt wurde deshalb ausgewählt, weil sowohl Abraham Lincoln als auch Frederick Douglass in der zweiten Februarwoche geboren wurden und ihre Geburtstage schon seit dem 19. Jahrhundert von Afroamerikanern gefeiert wurden. Die Ausweitung zu einem ganzen Monat kam 1970 auf Initiative von afroamerikanischen Professoren und Studenten an der Kent State University. Black History Month wird seit 1987 auch in England, seit 1995 in Kanada und seit 2014 in Irland gefeiert.

In diesem Kontext möchte ich heute auf einen zwar schon älteren, aber immer noch extrem relevanten und spannenden Blogpost des Journalisten Adam Hudson hinweisen. Hudson wirft einen Blick auf die Geschichte des Finanzviertels Wall Street und analysiert, wie Wall Street nicht nur auf Sklavierei begründet wurde, sondern bis heute Rassenungleichheit aufrechterhält und für wirtschaftliche Unterdrückung verantwortlich ist.

New York City sei im 18. Jahrhundert ein sehr wichtiger Standort für Sklavenhandel gewesen, was den Status der Stadt als finanzielle Hauptstadt der Welt begünstigt hätte. Viele Firmen und finanzielle Institutionen hätten massiv von Sklavenhandel und Sklavenarbeit profitiert. Sklaverei sei der Grund dafür, warum afroamerikanische Bürger bis heute sozialökonomisch unterdrückt sind – und Wall Street halte diese Ungleichheit bis heute aufrecht. Eine problematische Vorgehensweise sei zum Beispiel das sogennante „predatory lending“: Dabei verkauften Banken risikoreiche, teure, zweitklassige Hypothekenkredite gezielt an Afroamerikaner. Kreditgeber erhielten oft sogar höhere Vergütung für den Verkauf dieser zweitklassigen Kredite. Deshalb seien afroamerikanische Haushalte von der Finanzkrise 2008 auch am schwersten getroffen worden.

Hudson kommt am Ende seines Beitrags zu einem interessanten Schluss: Er schreibt, dass Widerstand gegen Rassismus sowie sozialer und wirtschaftlicher Unterdrückung Hand in Hand mit dem Widerstand gegen die Macht Wall Streets gehe.

„Seitdem Wall Street auf dem Sklavenmarkt begründet wurde, spielt es noch immer eine essentielle Rolle in der Unterdrückung von Afroamerikanern und der Arbeiterschicht. Um Rassenungleichheit vollständig zu verstehen, ist es wichtig, die historischen Wurzeln Wall Streets im transatlantischen Sklavenhandel zu kennen. Mit diesem Wissen können wir die Unterdrückung von Afroamerikanern bekämpfen, indem wir die Gier und die Oligarchie Wall Streets infrage stellen.“

Hier entlang zum Originalbeitrag.

Jeden Montag- bis Freitagmorgen um 7 Uhr erscheint an dieser Stelle der Perspektivwechsel am Morgen. Hier finden Sie täglich einen Artikel, der zu einem aktuellen Tagesthema eine alternative Sichtweise bietet. In unserem Archiv finden Sie darüber hinaus Debattenübersichten zu den wichtigen politischen Themen unserer Zeit.

Wer steckt dahinter?

Stephanie Berens
Kommt aus:Deutschland
Politische Position:Versteht sich als Feministin und interessiert sich für Gender und Queer Studies.
Arbeitet für/als:Studiert Amerikanistik im Master an der LMU München und ist Redakteurin bei The Buzzard.
Was Sie noch wissen sollten:Schreibt für das Münchner Studentenmagazin „unikat“ und hat bei The Buzzard sowie bei der Sedona Red Rock News in den USA Praktika absolviert.
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