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Sind Fake News doch kein Problem?
Sind Fake News doch kein Problem?
( Link zum Originalbild | Urheber: PDPics | Pixabay | frei )

Der tägliche Blick über den Tellerrand mit The Buzzard.

Guten Morgen,

Fake News sind eine Gefahr für die Demokratie. So steht es sicher im Handbuch aktueller demokratischer Herausforderungen (wenn es das denn gibt). Aber möglicherweise wird das Problem falscher Nachrichten überschätzt. Zeitonline hat vor einigen Wochen über eine Studie berichtet, die genau das zeigt.

Russische Trollarmeen in der Hand von Putins Geheimdienst, photoshop-sichere Teenager mit politischer Randgesinnung oder prall gefüllte Werbeetats von Rüstungskonzernen, die sich ihre eigenen „Fakten“ schaffen – Fake News fluten das Internet. „Ganz so einfach ist es nicht“, schreibt Lisa Hegemann. Sie fasst eine aktuelle Studie von Forscherinnen und Forschern zusammen, die wissen wollten wie viele Twitter-Nachrichten gefaked sind.

Dazu haben sich die Wissenschaftler 16.000 Twitter-Konten in den Monaten um die Präsidentschaftswahl in den USA im Herbst 2016 angesehen. Sie wollten wissen: Wie viele Fakes schafften es jeweils in den Timelines der User? Die Antwort klingt nicht so, als ob es einen Eintrag für „Fake News“ im Handbuch aktueller demokratischer Herausforderungen geben müsste: 1,12 bis 1,24 Prozent der Tweets zu politischen Themen waren demnach Falschnachrichten. Oder konkret: Ein durchschnittlicher Twitter-Nutzer habe im Monat vor der Wahl zehn Nachrichten wahrgenommen, die nicht der Wahrheit entsprachen.

Hegemann verlinkt in ihrem Text diese und weitere Studien zu Fake News und liefert weitere Erkenntnisse („0,1 Prozent der Twitter-User posteten 80 Prozent der Fake-News“). Sie zitiert die Wissenschaftlerin Katharina Kleinen-von Königslow:

„Menschen sind nicht so leicht manipulierbar, wie andere Menschen gerne glauben.“

Wer steckt dahinter?

Lukas Fuhr
Kommt aus:Freiburg
Politische Position:Verfassungspatriot. Meint, dass der Primat der Politik nur europäisch aufrechterhalten werden kann.
Arbeitet für/als:Nachrichten-Redakteur im ARD-Hörfunk, freier Autor für Zeitungen und Trainer zur Online-Recherche
Was Sie noch wissen sollten:Hat Politikwissenschaft studiert und es bereut, Philosophie studiert und geliebt und Jura mehr abgebrochen als studiert.
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