Zurück zu allen Tagesempfehlungen
Venezuela: Warum es so gefährlich ist, humanitäre Hilfe und politischen Machtkampf zu vermischen
Venezuela: Warum es so gefährlich ist, humanitäre Hilfe und politischen Machtkampf zu vermischen
( Link zum Originalbild | Urheber: skeeze | Pixabay | CCO Public Domain )

Der tägliche Blick über den Tellerrand mit The Buzzard.

Guten Morgen,

die Hilfsgüter für die Bevölkerung Venezuelas sind nie im Land angekommen. Die Sicherheitskräfte des Landes haben Lieferungen blockiert, sowohl an der Grenze zu Kolumbien als auch zu Brasilien. Dabei kam es zu Toten und Verletzten. Die Hilfslieferungen hatte der selbsternannte Übergangspräsident Juan Guaidó mit Unterstützung von Kolumbien, Brasilien, Chile und den USA bereitgestellt, so berichtet es das ZDF.

Auf der anderen Seite steht Venezuelas Präsident Nicolas Maduro. Der will die Lieferungen aus dem Ausland nicht annehmen: Venezuela brauche keine Almosen, zitiert ihn das Handelsblatt.

Und das ist das Problem: Humanitäre Hilfe sollte angeboten werden, weil die Menschen sonst verhungern – bedingungslos. Stattdessen wird sie in Venezuela momentan an politische Inhalte gekoppelt. Guaidó wolle die Hilfslieferungen unter anderem durchsetzen, um das Militär zum Seitenwechsel zu bewegen, schreibt Anne-Katrin Mellmann auf der Seite der TAGESSCHAU. Momentan unterstützt das Militär Maduro; Sollten die Soldaten die Lastwagen mit den Hilfsgütern aber passieren lassen, würden die sich auf die Seite Guaidós und damit gegen Maduro stellen.

 

Politik „auf dem Rücken der Schwächsten“

Im Moment werde der politische Machtkampf „auf dem Rücken der Schwächsten ausgetragen“, so Mellmann. In ihrem Bericht fängt sie Stimmen von der Kinderstation einer Krebsklinik in Caracas ein: Dort warten Ärzte, Patienten und Eltern auf Hilfe von außen. Eine Mutter sagt demnach, ihr Sohn und viele andere Kinder bräuchten dringend Hilfe. Die Rede ist außerdem von einem Vater, der Tumor seines Sohnes müsse dringend operiert werden, heißt es. Der Vater – Roger Rivas – fasst im folgenden Zitat das Problem zusammen, das entsteht, wenn man die Gesundheitsversorgung an politische Fragen koppelt.

„Es wäre gut, wenn das Thema Gesundheitsversorgung nicht politisch gefärbt wäre. Aber leider ist es so in unserem Land. Ich wünsche mir, dass es hier und in allen Krankenhäusern genug Medikamente gibt. Hoffentlich schaffen es beide Seiten, die Politik aus dem Spiel zu lassen, nachzugeben, damit die Hilfe legal ins Land kommen kann. Auf diplomatische Art.“

 

Hier entlang zum Originalbeitrag.

 

Jeden Montag- bis Freitagmorgen um 7 Uhr erscheint an dieser Stelle der Perspektivwechsel am Morgen. Hier finden Sie täglich einen Artikel, der zu einem aktuellen Tagesthema eine alternative Sichtweise bietet. In unserem Archiv finden Sie darüber hinaus Debattenübersichten zu den wichtigen politischen Themen unserer Zeit.

Wer steckt dahinter?

Nadja Tausche
Kommt aus:München
Politische Position:Versucht, alle politischen Richtungen zumindest neutral zu betrachten
Arbeitet für/als:Arbeitet als freie Journalistin unter anderem für die Süddeutsche Zeitung, Das Erste und The Buzzard
Was Sie noch wissen sollten:Nadja Tausche hat im bayerischen Eichstätt und in Barcelona Journalistik studiert.
Lies The Buzzard ab sofort in deinem E-Mail Postfach. Nein danke

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.