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Sicherheitspolitik: Wieso Europa jetzt mit Ostasien zusammenarbeiten sollte
Sicherheitspolitik: Wieso Europa jetzt mit Ostasien zusammenarbeiten sollte
( Link zum Originalbild | Urheber: National Museum of the U.S. Navy | flickr | Public Domain Mark 1.0 )

Der tägliche Blick über den Tellerrand mit The Buzzard.

Guten Morgen,

seit Amtsantritt von Donald Trump kocht das Thema immer wieder hoch: In welchem Maße sind die USA unter ihrem derzeitigen Präsidenten noch bereit, sich mit ihren Verbündeten für eine gemeinsame Sicherheitspolitik zu engagieren? Jeder NATO-Gipfel, jedes G7-Treffen scheint neuen Anlass zu geben, diese Frage zu diskutieren – auch bei der zurückliegenden Münchener Sicherheitskonferenz war das der Fall.

Auch die Aufkündigung des INF-Vertrags durch die USA sorgte in vielen europäischen Hauptstätten für Unruhe; ein neues Wettrüsten wird befürchtet. Auch Russland bricht nach NATO-Informationen den Vertrag, indem es verbotenerweise INF-Raketen mit Reichweiten zwischen 500  und 5.500 Kilometern produziert. Wie könnte also eine angemessene Reaktion der europäischen Staaten auf diese sicherheitspolitische Veränderung aussehen? Alternativen zur bisherigen Sicherheitspartnerschaft mit den USA müssen diskutiert werden, scheint der Konsens vieler europäischer Politiker zu sein.

Wir empfehlen dazu heute einen Text, der eine ungewohnte Richtung einschlägt – und das im Wortsinne. Denn Ulrich Kühn meint in seinem Beitrag auf der Webseite des IPG JOURNALs: Europa müsse sich nun nach Ostasien orientieren. Dort gebe es ebenfalls die Gefahr eines Wettrüstens, allerdings mit dem US-Rivalen China, der ohnehin keine Vertragspartei der INF-Vereinbarung ist. So werde sich auch in dieser Region die Frage der Nachrüstung und Stationierung von Raketen stellen, doch Verbündete der Vereinigten Staaten seien – ähnlich wie in Europa – von dieser Idee wenig begeistert, meint Kühn. Südkorea beispielsweise wolle sich das Tauwetter im Verhältnis zum Norden nicht durch neue Raketen kaputtmachen lassen. Viele Staaten scheuen zudem einen Rüstungswettlauf mit China, da eine militärische Eskalation fast zwangsläufig ihr Territorium in Mitleidenschaft ziehen würde.

Für Ulrich Kühn ist damit klar: Die europäischen Partner der USA müssen sich nun nicht nur untereinander gut abstimmen, sondern auch mit den ebenfalls betroffenen ostasiatischen Ländern zusammenarbeiten:

„Die Entwicklung neuer amerikanischer INF-Waffen steht und fällt ultimativ mit der Frage ihrer Stationierung. Sollten (fast) alle Verbündeten Washingtons abwinken, würde wohl auch der Kongress keine Gelder bewilligen. Damit entsteht durchaus ein Anreiz, eine breite, transregionale Koalition der Stationierungsunwilligen zu schmieden.“

 

Hier entlang zum Originalbeitrag,

 

Jeden Montag- bis Freitagmorgen um 7 Uhr erscheint an dieser Stelle der Perspektivwechsel am Morgen. Hier finden Sie täglich einen Artikel, der zu einem aktuellen Tagesthema eine alternative Sichtweise bietet. In unserem Archiv finden Sie darüber hinaus Debattenübersichten zu den wichtigen politischen Themen unserer Zeit.

Wer steckt dahinter?

Frank Kaltofen
Kommt aus:Immer Thüringer gewesen, jetzt in Leipzig
Arbeitet für/als:Redakteur in verschiedenen Kontexten
Was Sie noch wissen sollten:Studierter Politikwissenschaftler und jetzt Schreiberling. Interessiert an Menschen und ihren Geschichten. Schreibt seit 2007, am liebsten über Kulturelles & Zeitgeschichtliches.
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