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Gendern ist unnötig – die deutsche Sprache ist schon fair
Gendern ist unnötig - die deutsche Sprache ist schon fair
( Link zum Originalbild | Urheber: aitoff | Pixabay | Pixabay Lizenz )

Das Argument in Kürze

Wir brauchen nicht zu gendern, meint Linguist Peter Eisenberg.  Die deutsche Sprache biete bereits eine einfache Möglichkeit, sich geschlechtsneutral auszudrücken: das generische Maskulinum, zum Beispiel bei den Worten „Lehrer“ oder „Finder“. Denn das habe rein gar nichts mit dem natürlichen Geschlecht zu tun, schreibt Eisenberg im TAGESSPIEGEL.

Feministinnen haben das generische Maskulinum falsch verstanden

Das generische Maskulinum kommt vor allem bei Bezeichnungen von Personen wie beispielsweise Lehrer oder Schlosser vor. Befürworter des Genderns argumentieren, diese Worte bezeichneten in der Grundbedeutung Männer. Das stimmt nicht, schreibt Eisenberg. Das generische Maskulinum sei geschlechtsneutral und habe gar keinen Bezug zum natürlichen Geschlecht. Damit diskriminiere es niemanden, ganz unabhängig von der jeweiligen Geschlechtsidentität. Gendern mache die Sprache daher nicht geschlechtergerecht, sondern sei Manipulation der deutschen Sprache „in vermeintlich guter Absicht.“

Eisenberg erklärt sein Argument am Wort Lehrer. Dessen zwei Bausteine, der Verbstamm lehr- und das Substantivierungssuffix -er, ergäben nicht den Begriff für eine männliche Lehrperson, sondern eine Bezeichnung für jemanden, der das tut, was der Wortstamm besagt. Lehrer ist also, wer lehrt. Das Wort könne allein deswegen nicht nur männliche Personen meinen – oder überhaupt belebt sein. Das zeigen laut Eisenberg auch Bedeutungsableitungen von Personenbezeichnungen. So könne ein Träger auch ein Gepäckträger oder ein Hosenträger sein.

„Die von den Autorinnen gegebene semantische Charakterisierung des generischen Maskulinums „Frauen sind mitgemeint“ ist inkorrekt. Frauen sind gar nicht gemeint, ebenso wenig wie Männer oder Geschlechtsidentitäten jenseits der binären Norm. Darin liegt gerade das Spezifische des generischen Maskulinums.“

Dieser Artikel wurde empfohlen von: Alisa Sonntag.

 

Wer steckt dahinter?

Peter Eisenberg
Kommt aus:Berlin, Deutschland
Politische Position:Eisenberg ist auch als Kritiker der Rechtschreibreform von 1996 bekannt.
Arbeitet für/als:Eisenberg hatte von 1993 2005 bis den Lehrstuhl Deutsche Sprache an der Universität Potsdam inne und war Mitherausgeber der Zeitschriften „Germanistische Linguistik“ und „Praxis Deutsch“ sowie der Buchreihen „Studien zur deutschen Grammatik“, „Konzepte der Sprach- und Literaturwissenschaft“ und „Monographien Germanistische Linguistik“. Heute ist er emeritiert. Deutsche Schulen arbeiten mit seinen Standardwerken, er ist der bedeutendste Spezialist für deutsche Grammatik.
Was Sie noch wissen sollten:Eisenberger hat Elektrotechnik und Musik studiert, bevor er sich der Linguistik und Germanistik widmete.
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